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Mittwoch, 28. Mai 2003

Als ich klein war

Viel Spaß gehabt beim Lesen dieses getarnten Community-Weblogs zum Thema Kindheitserinnerungen. Kleine Zeitreisen sind auch immer ein bisschen eine Flucht, so wie Träume. Aber wer flüchtet nicht gerne an atemlose Orte mit ganz anderen Sorgen, die im Nachhinein ein bisschen von Magie und Lächeln überpudert sind.

Ganz weichgelacht döste ich mich mit dem Laptop auf der Brust durch die letzten Einträge dort, als per Mail ein großkalibriger Zeitsprung kam: Piazza del Municipio in Napoli. Sieht noch genau so aus wie an jenem brühwarmen Augusttag. Streitend entlang gestolpert auf unvernünftigen Schuhen, Sonnenbrand an strategisch ungünstigen Stellen, Wörterbuch in der Hand, einen gutaussehenden Dämon an der anderen. Die Luft schlug Funken, kein vernünftiger Mensch lief dort herum in der Hitze, aber wir hätten auch bei gemässigtem Klima in fliegenden Fetzen gestanden. Was haben wir gestritten. Immer wieder. Wir mussten ja streiten, wir verstanden uns gar nicht gut genug für alles, was da kochte. Aber wir stritten auch nach einem Jahr noch weiter, als wir uns schon sehr lange sehr gut verständigen konnten .... Und immer wieder sind wir irgendwo hin gefahren, haben von aussen einen kurzen Blick drauf geworfen und dann beschlossen, nicht hinein zu gehen oder hinauf zu steigen oder drin rum zu laufen. An dem Tag damals auch.

 


Um die 20 ‘rum war es eine meiner Ängste, dass ich aus Mangel an Ereignissen eines Tages zu den Leuten gehören würde, die unweigerlich immer dieselbe durchgekaute Erlebnisgeschichte auspacken, wenn es um ein bestimmtes Thema geht. Pawlowsche Idioten, die auf Reizworte anspringen und dann “Als ich damals in Neufundland beim Abenteuerzelten morgens die Asche des ausgehenden Feuers betrachtete” von sich geben - man weiß so was bei diesen Erzählern dann auch immer und wappnet sich innerlich gegen ein instinktives Augenverdrehen oder Dazwischenreden. Später hatte ich dann mehr Verständnis und dachte mir, dass viele Menschen sicherlich nicht sehr viel erleben, wenn man mal genau hinsieht und da ist es wohl nur natürlich, sich an diesen Dingen festzuhalten und sie immer wieder vorzukramen, als Trost oder nicht mal als das. Dann lernte ich, dass man die wichtigsten und schönsten Geschichten nur selten und nur besonderen Menschen erzählt, unter anderem, damit sie sie sich nicht verändern und verwässern.

Vielleicht dachte ich auch, es hört irgendwann mal auf, dass man Erlebnisse hat, die buchstäblich die ganze Seele umrühren. Man denkt ja so ähnliche Sachen in jungen Jahren, wenn man sich überlegt, bis wann man jetzt eigentlich sein Leben festgenietet und unter Dach und Fach haben sollte oder will :-)

Jetzt weiß ich es besser.

# 28. Mai 2003 um 10:40 AM
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Dienstag, 27. Mai 2003

Silk & Panna cotta

Weblog ... Nein. Ich backe lieber Muffins. Und setze Raffaelo oder Giotto oben in die Mitte, damit sie aussehen wie fluffige gebräunte Miniatur-Brüste. Schneide goldene Streifen aus Mangos und Stückchen Sonne aus Ananas, entgrüne perfekte kleine Erdbeeren und baue eine Pyramide aus Äpfeln mit pinkfarbenen Wangen. Schreibe eine Geschichte auf, die nicht verloren gehen darf (aber mit unsichtbarer Tinte) und immer wenn ich es mir zwischendurch erlauben kann ... klappe ich das Internet zu und beschäftige mich damit, den Rücken zu dehnen und die Pfoten zu strecken. Jede Kralle einzeln. Man weiß schließlich nie, wann und wofür man sie noch braucht.

# 27. Mai 2003 um 02:49 PM
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Donnerstag, 22. Mai 2003

Thinking, linking, never sinking

Ab und zu stößt jemand zufällig auf dieses Weblog und liest dann das gesamte Archiv. Ab und zu fragt jemand nach einem Text von früher, den er bei mir gelesen hat und noch mal lesen möchte und nicht auf Google komm raus gefunden hat. Die Top 3, ermittelt aus den Anfragen in diesem Jahr :)

  1. “Drei.” eine Kurzgeschichte über die Sehnsucht.
  2. “Liebe muss schön sein” (intern inzwischen “f*ck me, Captaln Future” genannt)
  3. “Oh Baby” Fremde Welten etc.

Dicht gefolgt von: Einer Glosse über mäkelige Esser, Alt und weise und Eingedost.

Das deckt sich nur zum Teil mit meinen eigenen Favoriten. Denn ich lese am liebsten meine kleinen unfehlbar funktionierenden Zeitmaschinen. Das ist normal :)

Doch es stimmt. Dieser Text ist auch einer meiner liebsten. Und ein Time Warp. Das schliesst sich ja nicht aus.

# 22. Mai 2003 um 08:39 PM
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Honig-Sahne-Muffins

300 g Mehl (Hälfte Vollkornmehl geht auch)
jeweils 1 Teelöffel Backpulver und Natron
5 Teelöffel Honig (nicht der kristallisierte)
125 g Butter und 200 ml Sahne
(oder 200 g Butter und 100 g Sahnequark,
oder 125 Butter und 250 g Joghurt)
1 Ei
Zitronensaft und geriebene Schale
wer mag, nimmt auch noch Zimt dazu

Mehl, Backpulver und Natron vermischen. Die Butter mit dem Honig zusammen in einem Topf erwärmen, dann zur Seite stellen und in einer weiteren Schüssel das Ei erst mit Sahne (Quark oder Joghurt) vermischen, dann mit der Zitrone und schließlich das Gemisch Honigbutter unterrühren. Dann die Mehlmischung einrühren.

Den Backhofen auf 180°C vorheizen, den Teig in (gebutterte) Muffins-Förmchen füllen, die Muffins in 20 bis 25 Minuten honiggolden backen.

# 22. Mai 2003 um 06:34 PM
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;-)

“Vielleicht hat Bette Davis recht gehabt. Manche werden tatsächlich deshalb Schauspieler, weil sie sich selbst nicht ausstehen können.”
Cathérine Deneuve

# 22. Mai 2003 um 12:23 PM
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