Frühlingsboten

Auf den 20. März müssen wir trotz Nachtfrost nicht mehr warten, denn unsere reizende Hobbygärtnerin aus dem dritten Stock hat damit begonnen, den Frühling einzuleiten. Nach rund 94 Jahren auf diesem Planeten wird sie sicherlich wissen, wann es sich lohnt, die Gartenmöbel mit Polstern zu versehen ... und Hilfe brauchte sie auch nicht, obwohl sie meine höflich angenommen hat. Nun wird gegraben und gepflanzt und entmoost. Alles fühlt sich zwar noch ein bisschen frostig an, aber auch sonnig und nach “Erwachen”.

Ob es nun mit dem Abflauen der Dauergrippe zu tun hat, ob das Aufräumen der Homepage hilft oder ob es einfach der Frühling ist, mir geht es besser. In jeder Hinsicht. Die Mischung aus Ekel und Abscheu vielen Dingen/Personen im Internet gegenüber ist einer rustikalen Gleichgültigkeit und allmählich rückkehrenden Zufriedenheit gewichen, nachdem ich von November bis Februar damit beschäftigt war, immer angewiderter und wütender gegenüber dem zu werden, was ich als Verfall und Werteverlust empfand.

Das Gefühl kennt man. Wenn man feststellen muss, dass der unangenehmste Mensch, den man kennt, ständig darüber faselt, wie toll eine Sache doch ist, die einem selbst sehr sehr am Herzen liegt. Unlogisch, unfair, aber es fühlt sich wie eine Besudelung an und es ist Ärger, den man dann verspürt, auch wenn man den Unsinn dahinter erkennt.

Ein bisschen war es so für mich, ein bisschen waren es andere Dinge, ein bisschen ist es wahr und alles das ist mal wieder gar nicht wirklich wichtig, außer für mich, denn ich musste lernen, daran vorbei zu gehen. Verfall, tja. Natürlich ist es das gar nicht wirklich, es ist nur Veränderung. Wer das Positive haben will - globale Vernetzung - muss auch die Kehrseite in Kauf nehmen, über die ich mich ja schon gründlich genug ausgekotzt habe. (Was ich übrigens nicht bereue, auch wenn es nichts weiter als Dummheit ist, jemandem die Wichtigkeit zu geben, sich mit ihm zu beschäftigen, wenn er/sie es nicht lohnt. Na, manchmal ist sie heilbar *g*)

Nun fühlt sich alles wieder so an, als ob es an die richtige Stelle fallen wird - ich habe zwar dieses Urvertrauen in die Heilkräfte des Universums, aber ich sehe auch, wenn eine Sache abgeschlossen/Vergangenheit ist und ich mich daran nicht aufreiben muss. Zeitverschwendung 😊

Richtige Stelle II: Oliver hat mir

heute gestern nach einem kurzen gemeinsamen Brainstorming einen zweiten Arbeitsplatz fürs Bett gebaut. Während der erste noch ein Tisch war

ist, der über die ganze Breite des Doppelbetts geht und mit dessen Hilfe ich im Liegen oder halb im Liegen arbeiten konnte ... ist der fortgeschrittene “Gehbehindertenarbeitsplatz” nun wieder ein Rolltisch, aber einer, der es mir ermöglicht, die Beine der Länge nach aufs Bett zu legen, während ich auf einem normalen Stuhl sitze und arbeite (wie jetzt gerade).

Ich find’s herrlich, denn angezogen und aufrecht arbeiten fühlt sich viel besser an. Meine Füße finden es auch herrlich, denn sie schmerzen nicht so wie am “normalen” Arbeitsplatz, den ich ja auch habe. Jetzt kann der Sommer kommen. Und meinetwegen kann er brütend feucht und dschungelig sein. Denn dann ist es morgens um 5 am See am Schönsten (und unser Häuschen ist angenehm kühl).
😊

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