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»Somebody said it takes about six weeks to get back to normal after you've had a baby. Somebody doesn't know that once you're a mother, normal is history.«

»There are times when parenthood seems nothing more than feeding the hand that bites you.« Peter de Vries

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Mittwoch, 14. April 2010

Misserfolgsgeheimnis

Eine neue Crew bewohnt den Friseursalon drei Häuser weiter. Vor ein paar Wochen kam man noch in den großen hellen Raum und verspürte das dringende Bedürfnis nach weniger Mantel und einem Kaffee, während ein halbes Dutzend ältere Damen sich die Silberwellen nachschleifen ließen und vereinzelte männliche Junggesellen die Höhe des auszuscherenden Nackenbereichs diskutierten. Die Stimmung war gut, man hörte Getratsche und freundliches Gelächter. Ich war immer ein bisschen auf der Hut, denn manchmal wurde ich gewässert, obwohl ich nur die Wimpern färben lassen wollte und konnte dann ohne Haarschnitt nicht entkommen.

Heute morgen hätte ich vielleicht einen Haarschnitt genommen, aber schon im Eingangsthekenbereich grasten gleich vier schwarz gekleidete, schwarz gefärbte und mondän geschminkte junge Damen, die sich trotz unterschiedlicher Haarlängen durch die ganze Schwärze so ähnelten, dass ich erst mal blinzeln musste. Beim zweiten Hinschauen waren sie alle immer noch da: Rabenschwarze Mähne, knackenenge Mädchenkleidung und ein einheitlich unverbindliches, aber seeeeehr freundliches Lächeln. Vier schwarz umrandete Augenpaare, die jeden von oben bis unten begutachteten, die ganze Zeit und bei jeder Bewegung. Wohin man schaute: Zu viele Zähne, alles schwarz, aufmerksame Augen, die auf die Anwesenden gerichtet waren und zwar konsequent. Also auf mich, denn außer mir war niemand da. Ab und zu huschte eine Schwarzgazelle zur nächsten und wisperte ihr zu.

Wahrscheinlich habe ich mit den Schultern gezuckt, bevor ich mich trotzdem zum Bleiben entschied und mir aber diesmal nur die Wimpern färben ließ.

Warum die ganzen Omas wegbleiben, die dort sonst um diese Tageszeit anzutreffen waren, ist allerdings nicht schwer zu erraten.

# 14. April 2010 um 07:40 AM
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Sonntag, 28. März 2010

Gestern, auf dem Wochenmärktchen

Der erste von den vier Wagen ist der Verkaufsstand der Fleischerei und man tut gut daran, ihn als erstes aufzusuchen, denn die Auslage leert sich schnell. Ganz hinten lag schön anzusehendes dunkles Fleisch unter Rosmarin und ich fragte die Verkäuferin, was das nun sei. Lamm, meinte sie.

»Schade, der Mann mag kein Lamm. Dann nehme ich doch was anderes.«

Die ältere Dame neben mir sofort: »Ja machen Sie doch trotzdem das Lamm! Wenn es Ihnen schmeckt!«

Ich: »Och nö, ich möchte gerade am Sonntag dann doch lieber etwas kochen, das mein Mann auch gerne mag.«

Graugelockter Mann um die 50: »Ja was verwöhnen Sie den denn so?!«

Ich: »Sind Sie etwa neidisch? Sie können ja mal nett sein zu Ihrer Frau, dann werden Sie vielleicht auch verwöhnt.«

Daraufhin brach ein großes Gruppengelächter und -gebrabbel aus und ich wage mal zu behaupten, wir haben uns alle noch ein Viertelstündchen lang ausgezeichnet amüsiert und gingen danach ein Stückchen besser durchblutet unserer Wege.

Spannend fand ich, dass jede einzelne der älteren Frauen der Meinung war, ihr Mann habe eben das zu essen, was auf den Tisch kommt und wirklich alle fanden es erstaunlich, dass wir gemeinsam kochen (oder abwechselnd, oder wie es gerade passt). Diese Damen sind natürlich auch um einiges älter und daran gewöhnt, ihren Männern daheim die Haushälterin zu geben und ihnen notfalls noch den Arsch hinterherhzutragen (etwas, woran ich mich nie gewöhnen würde).

Wir hier besprechen meistens gemeinsam einen ganz groben Plan für die nächsten Tage, vor allem wenn Gäste erwartet werden, und kaufen dann dementsprechend ein.

Mein Vater meinte dazu den Spruch ablassen zu müssen, dass er nun wirklich nicht zu wissen brauche, für wann ich eine Hühnersuppe plane und wann einen Auflauf.

Daraufhin erklärte ich ihm, dass ich ja auch nicht mit ihm gesprochen hatte, sondern mit Oliver und dass ich es wenig erstaunlich finden würde, wenn jemand keine Ahnung hat, wie viel Arbeit ein gut durchgeplanter Haushalt mit Baustelle macht, der nicht mal seinen gebrauchten Teller bis zur Spüle stellt. Ob er Lust darauf hätte, mir das mal eine Woche abzunehmen? So mit Bio-Kost fürs Kleinkind, ebenso bio Kochen für Gäste mit drei Mahlzeiten am Tag und möglichst auch noch ‘hochwertiger’ Kuchen am Nachmittag, nebenbei Planen der Baustelle, meiner fehlenden Gesundheit, der anliegenden Arbeit und dem ganzen Drumherum? Aber dann bitte auch inklusive meiner Vollzeitberufstätigkeit.

Heute morgen stellte er seine Tasse dann selbst in die Spüle.

# 28. März 2010 um 08:18 AM
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Mittwoch, 24. März 2010

Ich mag Müll*

Unbestätigten Meldungen zufolge wurde am Mittwoch, dem 24. Februar 2010 zwischen 8:15 und 8:30 Uhr, im Düsseldorfer Stadtteil Oberrath ein Müllfahrzeug der Awista über diverse Strassen hinweg von mehreren Personen verfolgt.

Ein kleiner Mensch von etwa 98 Zentimetern hüpfte auf einem Bein und sang “Der Müll, der Müll, der Müll ist da!“ Die ältere Person hüpfte nur ab und zu, erklärte aber genauestens dem kleinen Menschen (und diversen Passanten, die nicht rechtzeitig wegguckten), wie das Müllauto die großen Tonnen holt und den Inhalt verschluckt. Das Publikum nickte teils anerkennend, teils hüpfte und sang es.

Augenzeugen könnten bestätigen, dass sowohl der Fahrer als auch die rundum muskulösen Tonnenträger schwungvolle Bewegungen mit ausgewählten Gliedmassen vollführten.

Oder, wie die Tochter in der Kita stolz erzählte: “Müllautomann gewinkt hat!“

Auch meine Begeisterung wurde honoriert: Auf dem Rückweg ohne Kind haben sie mir auch gewinkt.

-

*Oskar’s Song: Ich mag Müll,
alles, was staubig ist, schmutzig und dreckig,
alles, was rostig ist, gammelig und speckig,
ja ich mag Müll.

(Sesamstraße)

# 24. März 2010 um 07:47 AM
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Dienstag, 23. März 2010

Katerkind

Wir haben eine Schaukel im Wohnraum, so ein großes rundes Ding von einem Meter Durchmesser. Kinder werfen sich mit Wonne darauf, die eine oder andere Mutter hat sich aber auch schon erkundigt, wie viel die denn aushält (ca. 100kg, da am darüberliegenden Dachbalken befestigt).

Als ich zum ersten Mal sah, wie der Kater darauf schaukelte, hielt ich es noch für einen Zufall.

Inzwischen kann man zu jeder Tageszeit an einem zufrieden vor sich hin schaukelnden Katzenvieh vorbeigehen - er weiß es zu schätzen, wenn man ihn anstubst. Dann muss er nämlich nicht aufstehen, Schwung nehmen und nochmal hineinspringen.

Das Kindermächen, zu dieser Gewohnheit befragt, meinte nur: “Ach, und ich dachte, der rutscht nur.“

Eine Rutsche haben wir nämlich auch.

# 23. März 2010 um 03:31 PM
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Ein Fall von “Augen zu und durch”

Irgendwann heute morgen dachte ich ‘Heute flutscht das Timing ja nur so’.

Früh aufgestanden, Duschen und Haare waschen, anziehen, wichtige Projektmails geschrieben, Kitafrühstück in Bentodose gepackt, selbst Müsli gegessen. Das Kind geweckt, angezogen und aus dem Haus transportiert, bis zur Kita gebracht und mit noch ein bisschen Beschleunigung würde ich es trotzdem bis 9.00 Uhr zum Arzt schaffen.

Nicht schlecht. Dachte ich. Bis ich merkte, dass ich in den Hausschuhen des Mannes an der Ampel stand.

# 23. März 2010 um 12:10 PM
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