Moving-Target.de

Ein Feuer, das ein Haus oder einen Teil davon vernichtet, dauert nur wenige Stunden. Aber es kostet Jahre.

Normalität ist etwas, das uns immer noch zu entgleiten droht in dieser Twilight Zone zwischen der Rückkehr in unsere Wohnung und der Verarbeitung des Traumas.

So viele von euch haben uns geholfen, das vergessen wir nicht.

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Donnerstag, 19. Februar 2015

Rote Bete

Eine Bemerkung vorab: Ich bin mir vollkommen darüber im Klaren, dass kein Disclaimer und keine Erläuterung mehr ändern können, dass bei jedem Rote-Bete-Rezept jemand aus dem Busch springt und die lustige Vermutung äußert, dass es mir nicht schmecken würde. Man darf einfach nicht zu viel erwarten.
*

Es war einmal ein Rezepte-Newsletter einer großen Frauenzeitschrift, nennen wir sie der Einfachheit halber und weil sie so heißt Brigitte. Den hatte ich wie diverse andere Foodletter abonniert und archivierte brav Rezepte, für die ich dann doch nie die Zeit finden würde. Alles wie gehabt.

Bis eines Morgens ein Rezept im Betreff stand, bei dem es mich kurz schudderte. Wozu man ergänzend bemerken muss, dass ich nicht erwarte, dass jemand je meinen Geschmack oder meine Ansichten teilt. Aber es waren entweder irgendwelche Kuchen, die mit Roter Bete gefärbt wurden oder ein Rezept für Meerrettich-Mousse mit marinierter roter Bete oder ähnlich und mich grauste spontan.

Also schrieb ich eine kurze Facebook-Statusmeldung, um das aufzuarbeiten („Ernsthaft, Brigitte-Newsletter? Rote-Bete-Sülze an Petersilienmousse-Kapernbällchen?“ oder ähnlich).  Die Reaktionen waren exakt so, wie man es erwarten konnte.

Die Leser, welche ich auch nach 19 Jahren online nicht als „Follower“ oder „Fans“ bezeichnen will und nicht alle gut genug kenne, um „Freunde“ daraus zu machen, ganz egal wie Facebook es sieht, waren meiner Meinung oder nicht. Einige gruselten sich mit, andere ergriffen Partei für die arme rote Bete oder bekundeten Appetit, einige nannten ihre Lieblingsrezepte mit roter Bete und andere erläuterten, dass sie Gewürzgurken oder generell Fleisch nicht mochten.

Damit hätte die Rote Bete aus meiner Timeline verschwinden können, wäre der Newsletter nicht so seltsam mutiert. Gefühlt kam fast jeden zweiten Tag ein Rezept für karamellisierte Rote Bete an Roquefort-Dip, Orecchiette in Roter Beter in Meerrettich-Sahne, Rote-Bete-Knödel auf Dillgurkenschaum und so weiter in meiner Mailbox an.

Ich gewöhnte mir an, diese Anhäufung kurz auf Facebook zu kommentieren. Finde es auch heute immer noch skurril, dass über einen so langen Zeitraum immer wieder Rezepte mit ausgerechnet diesem Gemüse beworben wurden und hatte Spaß damit, dass andere das auch als seltsam empfanden.

Natürlich wurde es dann ein Selbstläufer.

Gelernt habe ich, was ich eigentlich schon wusste. Wenn der Rote-Bete-Ball erst mal rollt, helfen keine Erklärungen und keine Disclaimer mehr.  Ich könnte jetzt noch jahrelang erklären, dass ich ab und zu (wenn auch sehr selten) ganz gerne Rote Bete esse und mich nur über skurrile Rezeptzusammenstellungen und –anhäufungen amüsiere, es würde mir rein gar nichts helfen, die Schublade „Rote-Bete-Hasser“ ist zu.

Menschen sehen und verstehen vor allem ihre eigene Perspektive einer Sachlage, und wenn es dabei nur um Scherze und Gemüse geht und um nichts Wichtiges, kann man froh sein.

Ob Brigitte nun Matjes mit Fenchelcreme auf roter Bete anpries, auf Rote-Bete-Rauke-Salat oder Rote-Bete-Eintopf mit Dill und Pfeffermakrele verwies, die tosende Menge von 3 bis 25 Kommentatoren fand und findet es viel interessanter, ob ich komisch bin.

Nicht, ob die Newsletter-Redaktion vielleicht mal ein zweites Gemüse gezeigt bekommen sollte.

Die ersten Chronikeinträge „Guck mal, da kocht noch jemand mit Roter Bete“ habe ich noch freigegeben, inzwischen ignoriere ich sowas häufungsbedingt einfach nur noch und arbeite weiter an meinem E-Book-Konzept „Viral mit Roter Bete“.

# 19. Februar 2015 um 08:40 AM
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Dienstag, 17. Februar 2015

Auf leisen Pfoten

Seit ein paar Wochen lungert dieses Blog auffällig unauffällig in meiner Nähe herum. Beobachtet scheinbar desinteressiert alles, was geschieht und leckt sich betont beiläufig die Pfoten.

Reibt sich im Vorübergehen an mir und lässt die Schnurrhaare beben, um dann doch unbeteiligt zu tun.

Ich habe es bereits darauf hingewiesen, dass die Welt online sich verändert hat, seit wir regelmäßigere Auftritte hatten. Nie gab es so viele Blogs wie heute, nie waren dermassen viele so schmerzhaft leer trotz kontinuierlicher Druckbetankung.

Mein Blog erinnert daran, dass es aus guten Gründen nach einem beweglichen Ziel benannt wurde. Genau genommen wurde es so von mir betitelt, weil ich als ein Moving Target bezeichnet wurde von jeManndem,  aber egal.

Es streckt sich und reckt sich und schaut ansonsten nicht mal hin. Aber weg geht es auch nicht.

# 17. Februar 2015 um 10:27 PM
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Freitag, 23. Januar 2015

Rückblick

Ob wir es schon mal bereut hätten, eine Wohnung gekauft zu haben und nicht ein Haus, fragte mich eine Bekannte.

Dazu fällt mir folgendes ein.

Ein paar Wochen nach der Geburt meiner Tochter kam ich sehr erschöpft aus der Stadt und setze mich auf die Bank vorm Haus, bevor ich mein entzündetes Bein nach oben in unser Stockwerk schleifte.

Der Baum über der Bank war kahl, wie immer im November. Ich hatte daher einen guten Blick auf den ersten Stock und konnte unfreiwillig folgendes beobachten:

Die Miteigentümerin bewegte sich herausguckend hinter den Fenstern im ersten Stock. Sie presste dann ihr Gesicht vors Fenster. Zuckte zurück. Riss die Augen weit auf, drückte sich eine Faust vor den weit aufgerissenen Mund und begann, mit dem rechten Arm zu wedeln, um das Herbeirufen ihres Mannes tatkräftig zu unterstützen. Der Mann kam, beugte sich vor. Gegrüßt hat übrigens keiner von ihnen. Dann standen beide im Fenster und starrten mich an, wie ich auf der Bank saß.

Was war die Frage noch mal?

Ach ja. Bereut nicht wirklich. Anders vorgestellt hatten wir uns zwar vieles, aber das ist ja immer so.

# 23. Januar 2015 um 10:29 AM
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Montag, 21. Juli 2014

Mein Blog wird heute volljährig!

Das ist mir gerade eben eingefallen. Um es unauffällig ein paar Wochen vor dem Jubiläum wieder zu entstauben, ist es wohl ganz leicht zu spät. Aber schließen werde ich es natürlich auch nicht, immerhin sind 18 Jahre eine tolle lange Zeit.

Natürlich blogge ich immer, ich habe nie wirklich pausiert. Aber eben nicht hier. Sondern für Kunden, privat, auf eigenen Projekten.

Das Kind ist fast 7 und wird in diesem Jahr eingeschult. Miss Peppermint hat uns vor drei Jahren verlassen, jetzt wohnen Miss Sally und Spike hier, die vermutlich fluffigsten Katzen der Welt. Kenzos Kommentar: Er habe eigentlich keine Kinder gewollt.

Hier wollte ich wieder eröffnen, wenn alle Folgen des großen Feuers überstanden sind. Ich sag mal so: Wie gut, dass ich in jener Nacht nicht wusste, dass es Jahre dauern würde.

Ich überlege mir mal, in welcher Form ich weitermache. Meine Blog-Software ist zum Glück ein Profi-Tool, das es nicht übel genommen hat, locker mal vier Jahre ohne Update und Wartung zu verbringen ;-)

# 21. Juli 2014 um 01:45 PM
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Dienstag, 07. Mai 2013

“Ein Blog, das ich bei Facebook schrieb …”

Neulich auf einer anderen virtuellen Ebene unterhielten sich Menschen über Vernetzung und eine Frau verkündete ganz nebenbei, dass sie „ihren Blog ja bisher nur auf Facebook führen würde“.

Meine erste Reaktion war natürlich ein Kotzkrampf.

Ein völlig berechtigter Kotzkrampf,  denn die Annahme, dass ein Selbstbestätigungs-Account in einem gnadenlos verflachten kommerziellen sozialen Netzwerk mit einem Blog gleichzusetzen ist, die ist völlig falsch.

Irgendwie aber auch ganz richtig.

Deswegen war meine zweite Reaktion, die mir bisher erhalten bleibt, auch eher amüsiert: Och, warum eigentlich nicht.

Das Netz, das wir früher einmal bewohnen konnten, ist sowieso unwiderruflich zerstört worden dadurch, dass jetzt alle an allem teilnehmen können.

Es kann aber nicht schlecht sein, dass alle an allem teilnehmen dürfen.

Kein Weg führt zurück. Alles geht, dann geht auch das.

Ins Internet reinschreiben, egal wo, ist ein “Blog”. Meinetwegen. Es musste ja so kommen, irgendwann.

Was von den Kostbarkeiten bleibt, sind Nischen. Zirkelblasen. Erinnerungen und die Möglichkeit, immer noch genau das zu tun, was man tun möchte.

Das ist nicht wenig. Ich habe also keine Klagen.

Auch mit iPhone an der Backe und Facebook im Hirn kann man Magie im Internet finden … Seelenfreunde, Wahlfamilien, Ehrgeiz, Ziele und neue Träume.

Da bin ich mir ganz sicher.

Woanders gespeichert für alle Zeiten sind die weißen Nächte und fast endlosen Tage im kostbaren, langsamen Datenstrom, als alles anfing. Ein Geschenk, das sich so niemals wiederholen lässt.

Aber das auch nur vermissen kann, wer es kennt.

Das alles ist nicht wenig.

Ich habe keine Klagen ... und wer seinen Facebook-Account ein Blog nennen möchte, darf das bei mir gerne tun.

*

P.S. Es heißt DAS Blog.

P.P.S. Ein Blog ist so viel Tagebuch, wie die Bloggerin es möchte. Oder so wenig.

# 07. Mai 2013 um 10:04 AM
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