Wie es Nandi geht …

... fragt Ihr. Dann will ich das doch mal eben aufschreiben, auch für mich für später.

Es ist kalt geworden und Betten, Kissen und Heizdecken stehen hier hoch im Kurs. Nandi füllt seine Salatschüssel noch knapp zur Hälfte - dieselbe Schüssel, über deren Rand er immer so plüschig hinüberknödelte. Das tut weh, wenn man ihn streichelt und alle Rippchen fühlt.

Aber für jemanden, der vor ziemlich kurzer Zeit noch eingeschläfert werden sollte, geht es ihm trotzdem ganz gut. Er hat zwischendurch immer mal wieder einen ganz ruhigen Tag, an dem er nur herumliegt - vorgestern hatte er ihn auf meiner Brust, als ich mich kurz hingelegt hatte und ich bin dann dreieinhalb Stunden so liegen geblieben, weil er das noch nie vorher gemacht hat und weil er so schön sanft brummte. Dann aber sind auch Tage dabei, an denen er voller Neugier in den Garten raus will (auch ganz neues Verhalten) oder sich begeistert auf einen Karton schmeißt, viel herumläuft und alle halbe Stunde den Liegeplatz wechselt.

Anfangs dachte ich, dass es irgendwann einfach sein würde, die Entscheidung zu treffen: Wenn das Tierchen schlimme Schmerzen leidet. Dann habe ich allmählich begriffen, dass er sich nie vor Pein krümmen wird, denn eine Nierenkrankheit ist (gefühlt von mir jetzt mal) hier wohl eher ein vergiftendes, alles durchziehendes Unwohlsein ... Der Tierarzt sprach von Lebensqualität: So lange er die hat, müsse man noch nicht überlegen.

Lebensqualität.

Schnurren, schmusen. Dankbar sein. Mit dreieinhalb Pfoten in der Thunfischpizza stehen, vier Stunden lang passende Schüsseln ausprobieren, unerwartet den halben Tag auf Frauchen herumliegen und sich stets in der Badewanne frisch tränken lassen und erwachsenen Mitbewohnern das Gyros förmlich aus dem Gesicht kratzen … Ekstase wenn Magerquark und Neugier auf Neues ... einen Mangel an Katerlebensqualität kann ich zurzeit noch nicht feststellen.

Wir haben noch ein Weilchen. Eine Scheibe goldenen Herbst zusammen. Hoffe ich.

5 Kommentare Wie es Nandi geht …

  1. Avatar Gwen 12.10.2005 um 23:08 Uhr

    Rührend. Ich hoffe, es geht ihm weiterhin gut. Mit ein bisschen Glück schafft er vielleicht noch eine Weile bei dir zu bleiben. Grüße, Gwen

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