Momenteinmal


Momenteinmal: Harriet the Spy war MEIN Lieblingsbuch! Und das, genau das fehlte noch: Wieder so einer, der anderen vorschreibt, was sie zu lesen gehabt haben sollten. Zuviel Zeit und nicht genug Sex, hm, Marcel?!

Vernichtend: “Die Internet-Expertin Carola Heine ....” Gleich werde ich anfangen zu weinen. Hab ich drum gebeten, als Expertin irgendwas beschimpft zu werden? Hab ich das?? Wie soll man jemals rausfinden, was man werden will, wenn alle dauernd mit Schubladen knallen? Boah. Ich mache jetzt erst mal einen Fragebogen durch. Fragebogen sind nämlich ganz doll in Mode, und das schon seit zweihundertzwölf Jahren. Sie sind alle irgendwie lahm, alle irgendwie ähnlich und selten besonders dolle und nur die Gesamtheit aller Antworten ergibt überhaupt was Lesenswertes. Aber bitte. Fünfzehn Fragen, fünfzehn Antworten.



  1. Was hat Ihrer Meinung nach Ihre Heterosexualität verursacht?
    • I am what I am and what I am needs no excuses.

  2. Wann wurden Sie sich zum ersten Mal darüber klar, daß Sie heterosexuell sind?
    • Ich hatte daran nie Zweifel. Also muss es gewesen sein, als ich bemerkte, dass es Jungs und Mädchen gibt.


  3. Ist es möglich, daß es sich dabei nur um eine Phase handelt, die sie überwinden werden?
    • Theoretisch ist nichts unmöglich, aber praktisch spricht rein gar nichts dafür. Nö, ich halte es nicht für möglich, dass es sich nur um eine Phase handelt. Ich habe mich damit abgefunden, sozusagen 😉

  4. Ist es möglich, daß Ihre Heterosexualität durch eine neurotische Angst vor anderen Menschen des gleichen Geschlechtes verursacht wird?
    • Nein. Das hätte ich ja wohl gemerkt.

  5. Wenn Sie niemals mit einer Person gleichen Geschlechtes geschlafen haben, ist es möglich, daß alles, was Ihnen fehlt, ein guter schwuler oder lesbischer PartnerIn ist?
    • Ich kann die Frage in dieser Formulierung nicht beantworten.

  6. Wem haben Sie von Ihren heterosexuellen Tendenzen erzählt? Wie haben diese reagiert?
    • Allen. Sie haben es mit Fassung getragen und mir immer das Gefühl gegeben, mich trotzdem zu respektieren.

  7. Warum fühlen sich Heteros immer veranlaßt, andere zu ihrem Lebensstil zu bekehren?
    • Pauschale Aussage. Mich interessiert es nicht, welchen “Lebensstil” jemand anderes pflegt. Aber ich kann antworten: Viele Heteros werden sicherlich durch alles verunsichert, das sie nicht kennen und würden sich mit einer Zwangsintegration komfortabler fühlen.

  8. Warum bestehen Sie immer wieder darauf, Ihre Heterosexualität herauszukehren? Können Sie nicht einfach so sein, es aber verschweigen?
    • Moment mal - ich verschweige es doch! 😊 Es sei denn, ich werde angebaggert. Dann ist es wohl nur fair, Stellung zu beziehen. Ich meine natürlich: Sich selbst sauber zuzuordnen.


  9. Möchten Sie, daß Ihre Kinder heterosexuell werden, wenn man die Probleme, die auf sie zukommen, bedenkt?
    • Meine Kinder, Katzen und Nachbarn dürfen sein, was immer sie sind. Ich habe sie trotzdem lieb.

  10. Ein überproportionaler Anteil des Kindesmißbrauchs Schuldiger ist heterosexuell. Halten Sie es für sicher, Ihre Kinder heterosexuellen Lehrern auszusetzen?
    • Interessanter Punkt. Wenn ich Kinder hätte, würde ich sie ab jetzt vermutlich zuhause einsperren. All diese Heteros auf den Strassen ... in grauen Anzügen, Hausfrauenlook, Jogginganzügen. Und die ausschweifenden Nachbarschaftsfeste mit all diesem Kartoffelsalat und den Grillwürstchen erst! Grauenhaft.

  11. Selbst angesichts all der sozialen Unterstützung, die Heirat findet, wächst die Scheidungsrate immer weiter an. Warum gibt es so wenige stabile, heterosexuelle Partnerschaften?
    • Vermutlich denken die Leute immer, sie müssten parallel auf der gleichgeschlechtlichen Ebene herumexperimentieren, nur weil ihnen langweilig ist. Langfristig ist aber nun mal Monogamie die stabilste Partnerschaftsform.

  12. Warum legen Heterosexuelle soviel Wert auf Sex?
    • Weil er Spaß macht.

  13. Wenn man die Überbevölkerung der Erde bedenkt, wie könnte die menschliche Rasse
              überleben, wenn jeder so wie Sie hetero wäre?

    • Genau wie ich? Schwerlich könnte sie überleben. Ich neige nicht zu hektischer Fortpflanzung.

  14. Könnten Sie einer heterosexuellen TherapeutIn vertrauen, objektiv zu sein? Müßten Sie
              nicht befürchten, daß jene Sie in Richtung ihrer eigenen Vorlieben beeinflussen würde?

    • Weder einer heterosexuellen noch einer homosexuellen Therapieperson kann man vertrauen, wenn diese ihre Position dermassen missbraucht. Das hat mit der sexuellen Ausrichtung gar nichts zu tun.

  15. Wie können Sie eine ganzheitliche, in sich ruhende Person werden, wenn Sie sich ganz
              auf zwanghafte, ausschließliche Heterosexualität beschränken, und Ihr natürliches,
              gesundes homosexuelles Potential nicht ausleben und entwickeln?

    • Und wie können Sie wissen, dass Sie es nicht tierisch geil finden würden, mit der Fresse voran von der nächsten Brücke zu platschen? Wo doch andere auch schon gesprungen sind - mit und ohne Seil? Nenee ernsthaft, nichts gegen das Ausleben von Potenzial. Aber man kann’s auch nicht krampfhaft herbeireden, wenn es nicht da ist. Ehrlich.

(Quelle)

So. Genug gealbert, zurück an die Arbeit.

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