Dear Diary, am Sonntag hatten wir ein Treffen in Düsseldorf. Wir, das sind ein paar Leute, die sich online kennen – die meisten lese ich schon ziemlich lange. Eigentlich alle, wenn ich so drüber nachdenke. Jedenfalls war das eines dieser Treffen, die mit “hör mal, Nicole ist in der Stadt, da kommst du doch auch mal vorbei” begannen und in atemberaubender Geschwindigkeit Eigendynamik entwickelten. Schwupps, da waren wir zu fünft, so ungefähr. Als ich merkte, dass es mehr und mehr Leute wurden (anfangs sollte es noch bei mir/uns stattfinden und das ist auch der Grund, warum ich da überhaupt von Anfang an rumorganisiert habe), habe ich die Grenze bei 15 gezogen und den Brunch in ein Café verlegt. Das sah dann so aus: Wir fragten sehr spontan und noch kurzfristiger eine Menge nette Leute, die eh schon lange mal wieder vorbeikommen wollten oder die wir kannten oder die wir eh schon mal treffen wollten und wenn jemand absagte, fragten wir die nächsten. Ohne jeden Zwang. Es hätte sozusagen jeden treffen können *g* denn schnell merkten wir: Das hätte auch ein Treffen mit 30 Leuten werden können. Oder 50. Manchmal klappen solche Sachen einfach – Brunch an einem Sonntag scheint kein schlechter Termin. Hm.
Wir hatten einen irren Spaß. Es war einfach klasse und wir passten nicht nur in die ruhige Ecke vom Café (die dann nicht mehr ruhig war), sondern die Anzahl Personen war goldrichtig, denn schon so konnte man kaum vernünftig mit allen reden. Lachen ging aber. Kein Wunder also, dass wir gut gelaunt nach Hause tigerten und darüber bloggten. Das haben bisher alle getan, die sich irgendwo getroffen haben, warum sollten wir das nicht tun?
Danach wurde es allerdings bizarr. Ich erhielt eine Mail, in der ich unmissverständlich aufgefordert wurde, doch gefälligst beim nächsten Treffen Bescheid zu sagen, man (er) hätte Interesse an einer Teilnahme. Ich erklärte dann noch mal klipp und klar, dass es sich um ein privates Treffen gehandelt habe und ich also sicherlich nicht Bescheid sagen würde, wenn das nächste private Treffen stattfindet. Aber offene Treffen seien was anderes, die seien halt offen. Damit war aber leider noch lange nicht Ruhe und auch andere Leute wurden zwangseinbezogen. Und die Vorgeschichte kann ich auch nicht erzählen. Mir ist es auch herzlich egal, ob ohne Vorgeschichte und die Wahrheit ich nun dastehe wie eine arrogante Zicke, denn, liebes Tagebuch, ich kann auf Leute gut verzichten, die sich nur an mich hängen wollen, weil sie sich aus irgendwelchen kranken Gründen einbilden, ich sei populär genug, um einen Trittbrettfahrer mitzuschleifen. Wenn Arroganz mir solch gesocksige Angelegenheiten vom Hals hält, werde ich sie nicht nur entwickeln, sondern auch pflegen. Versprochen.
Jedenfalls, liebes Tagebuch, haben mich jetzt mehrere Leute gefragt, warum die Treffen denn keine offenen Treffen für alle mehr seien. Dear Diary, das sind diese Treffen noch nie gewesen. Ich habe parallel viele Male für den Wellenbrecher offene Treffen organisiert. Diese Aufgabe habe ich an dem Tag abgegeben, als eine Frau in den Wellenbrecher eingetreten ist, die ein primitiv-aggressives öffentliches Mobbing- und Geheul-Weblog hatte. Das hat mir gereicht, ich wollte nicht Gefahr laufen, für solche Menschen Treffen zu organisieren. Manche Leute haben eben irgendwie Symbolcharakter: Von wegen, früher war nicht alles schöner. Manche Sachen eben doch. Es gibt jedenfalls eine Schmerzgrenze für die Organisation von Treffen für größere Gruppen und diese Schallmauer war genau damit für den Wellenbrecher bzw. für mich definitiv erreicht. Fragt mich nicht, wer die Alte war, es ist völlig egal, sie war nie als Person wichtig, wäre die es nicht gewesen ... dann halt der oder die Nächste drei Wochen später. Wellenbrechertreffen organisieren? Nicht mehr durch mich. Ist ja auch nicht mein Ring, sondern Melles.
Was nicht bedeutet, dass ich niemals mehr ein offenes Treffen organisiere. Im Gegenteil. Aber mal ganz ehrlich. Warum machen das nicht mal andere Leute? Mich muss man dazu dann auch nicht einladen. Nö, ich lasse mich nach Jahren der ehrenamtlichen Organisation, mehreren Community-Großprojekten, Adventskalendern, Weihnachtsbüchern und Organisationen unter meiner Leitung gerne von irgendwem in den Arsch treten, der erst seit drei oder vier Jahren online ist 😉 kein Problem. Wenn ich mal nett einen Kaffee oder fünf trinken wollte, hab ich noch immer jemanden gefunden.

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