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NASA, beam me up

Vicious, despicable or thoroughly disliked persons, gentlemen, and ladies, can be project managers. Lost souls, procrastinators, and wishy-washies can not.
[NASA 100 Rules for Projekt Managers]

Projektmanagement ist ja nun eigentlich dazu gedacht, gewisse Probleme zu verhindern, man verzeihe mir diese brutale Kurzfassung eines komplexen Themas. Nur: Was hilft gegen Projektmanagement, wenn man drüber schreiben

muss

möchte? Gar nichts. Nicht mal Aspirin. Warum nur habe ich mich nie aufgemacht, das Katzenfutter durch den Verkauf schmachtiger Hausfrauengeschichten für das Goldene Blatt und verwandte Papierfetzen zu verdienen? Ich könnte das! Jede Woche ein künstlich erschaffenes Beziehungsproblem erst erfinden - im Alltag der Umgebungspatienten abschreiben sollte für die ersten acht Jahre reichen - dann verschlimmern, dann in romantischem Blütenstaub verschallen lassen und auf exakt 18.000 Zeichen in einem züchtigen harmonischen Kuss verenden lassen, oh ja. Könnte ich.

Roswitha, dezent verkümmerte Mittdreissigerin mit biederem Pagenkopf und rasanter leidenschaftlich ausgelebter Karriere in der Konzernbuchhaltung, ist nach einer traumatischen Erfahrung mit ihrem treulosen Jugendfreund weder zu Kontaktanbahnung noch zu Lippenstiftnutzung bereit. Nur der reiche Erbe Hugo, der mit seinem Ferrari zufällig ihren Corsa in einen Blechfladen verwandelte, könnte den Funken Lieben und Leben wieder in ihr erwecken, so glaubt sie zaghaft und traut sich kaum zu hoffen. Aber ist es nicht der gutaussehende Hugo, der da mit der sexy Kerstin aus dem Vorstandssekretariat im örtlichen Kegelclub aufgetaucht ist? Roswithas Herz zerbricht schon wieder, wie es scheint: Für Hugo war der zarte Speicheltausch im Aufwall kurz nach dem Aufprall (Ferrari-Corsa) wohl nichts als ein leichtfertiges Spiel! Geknickt schleicht Roswitha von dannen und ahnt nicht, dass Kerstin nur die Schwester von Hugo ist und gerade eben, in diesem schicksalsträchtigen Moment, zu ihm sagt: “Ach Hugo, wenn die Rosi nur den Damenbart entfernen, die Augen etwas schminken, die Haare flotter frisieren, die Nägel auch mal lackieren, die Wollstrumpfhosen weglassen, die Beine enthaaren, die Brust vergrößern, die Röcke kürzen, die Ohren schmücken, die Nase putzen, zehn Pfund abnehmen, flottere Blusen anziehen und auch mal lächeln würde ... dann würde sie richtig nett aussehen.” Niedertracht der inzestuös verliebten Schwester oder wohlmeinender, aber dennoch grausamer Tipp einer dummen und oberflächlichen Tippse? Der mitfühlende Leser erschauert. Roswitha selbst wird hoffentlich nie von diesem Gespräch erfahren, doch wen kümmert es, denn mit dieser mittelschweren Nachhilfe durch Kerstin als abschreckendes Beispiel hat auch Hugo endlich begriffen, dass Roswitha samt inneren Werten es ist, die ihn interessiert. Und stürmt ihr nach. Und reisst sie in seine muskulösen Arme, bettet sie an die breite schützende Schulter und hält sie ganz, ganz fest, bevor er sie auf ledernen Ferraripolstern

po..

in den Sonnenuntergang entführt. Endlich auch mental zuhause, die Rosi. Wurde auch Zeit.

Mir ist übrigens gerade wieder eingefallen, warum ich so was nicht schreiben will. Aber gegen Projektmanagement hilft auch die Rückkehr der Erkenntnis nicht. Bäh.

Sonntag, 28. April 2002 um 02:47 PM
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