Dr. Seuss: "You have brains in your head. You have feet in your shoes. You can steer yourself, any direction you choose..."

Samstag, 19. Mai 2012

Perücke mit Netz

Einen bestimmten verschwurbelten Möbelknopf aus Metall fand ich nur bei Ebay in China.

Der Händler blendete Werbung für allen möglichen Tinnef für 1-2 Euro ein, ich dachte an die Verkleidungskiste vom Kind und sofortkaufte, um das danach wieder zu vergessen. Das dauerte ja auch alles sehr lange, Ebay in China und anschließend 40 Werktage warten.

Der zweite Kauf wurde der Warensendung fast zum Verhängnis - denn als der Mann beim Zoll gefragt wurde “Haben Sie Kunsthaaar bestellt?” verneinte er natürlich.



Sonntag, 06. Mai 2012

Irgendwie kommt es mir so vor, als hätte ich diesen Eintrag schon mal geschrieben.

Wir warten. Warten auf den Wiederaufbau unserer Wohnung, warten in der überfüllten Übergangswohnung mit flappenden Nerven, wahrhaft miserablen sanierungsbedürftigen Bädern und ohne brauchbare Küche darauf, dass die Bauerarbeiten wieder aufgenommen werden. Unsere (gesunden) Gäste versichern mir im Chor, sie würden es schon sehr lange unglaublich unerträglich finden in unserer Situation und vergessen: Man kann sich nicht aussuchen ob man wartet, wenn es gebrannt hat. Nicht, wenn man ins Wohneigentum zurückmöchte, was wir nämlich wollen.

Lustig ist, dass gerade die größten Tröten der Sorte “ich kann nicht kacken, wenn der handgebrühte, aus einem bestimmten Dorf in Sizilien stammende Cappuccino nicht die richtige Temperatur hat und plärre auch gerne penetrant über solche Befindlichkeiten ab” uns recht gönnerhaft erläutern, wir hätten ja doch ein Dach über dem Kopf und damit seie die grundsätzliche Versorgung ja gesichert.

Stimmt. Wir haben ein Dach über dem Kopf, und wir sind jeden Tag dankbar dafür, dass unsere Vermieter uns nicht zum Auszug drängen - denn die Übergangswohnung soll verkauft werden (nicht gut möglich mit uns drin und ohne Auszugstermin).

Aber ich bin rastlos eingesperrt in diesem Raum mit Bett, Büro, Balkon, Essecke und Durchgang und möchte jetzt endlich gerne wieder so wohnen, wie auch ich es gut aushalte. Zum Beispiel vermisse ich ganz dringend die Option, das Zimmer zu wechseln, wenn der Husband das sterbende Walross gibt. Zusammengesperrt zu sein, wenn einer Magen-Darm hat, ist auch keine schöne Variante von Mensch-ärgere-dich-nicht und was beispielsweise ein Schwiegermutterbesuch mit Übernachtungsandrohung für Therapiebedarf auslöst, wollt ihr wahrscheinlich wissen, werdet es aber nicht erfahren.

Es wird alles wieder gut, es weiß nur keiner, wann.

Was ich eigentlich sagen wollte: Fünfzehn Jahre Muttertag-Homepage. In diesem Jahr mit zwei Dutzend Interviews, über die ich mich besonders freue, da es sich zu 99% um liebste Kolleginnen handelt - nur ein völliger Muttertags-Fan ist noch nicht aufgetaucht, aber das war ja auch nicht die Erwartungshaltung.



Donnerstag, 08. März 2012

Momentaufnahme von der Baustelle, aktuell

Wenn ganz leichter Wind weht, sieht die Dampfsperre im Kniestockbereich im Wohnzimmer übrigens so aus. Alle bitte einmal aufzeigen, die das ganz OK finden und in jedem Fall so lassen würden - ich meine das ernst, ich würde mir gerne ein paar fundierte Meinungen anhören dazu.

(Dach und Fassade gehören allen Eigentümern, nicht ‘nur’ uns.)



Mittwoch, 07. März 2012

Immer noch Baustelle

Bald sind es zwei Jahre.

Hätten wir ein Bautagebuch gebloggt, dann würden wir wohl täglich der Übertreibung bezichtigt - so viel steht fest.

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Der Riss ist übrigens neu.

Mein Flickr-Stream ist recht langweilig zurzeit. Nichts als ... sagen wir mal “Bestandsaufnahmen” dazu.



Mittwoch, 15. Februar 2012

Pappnasenzeit.

Karneval ist ungefähr so: Rechts und links von mir schunkelt es. Leider in entgegengesetzte Richtungen, so dass ich - wenn ich denn mitschunkeln wollen würde - nicht mal wüsste, wie.

Ich stehe also in der Aufprallstelle der Schunkelwelle und gucke norddeutsch, während um mich herum Hausfrauen im Pauschalkostüm “irgendwie sexy” auftreten und um meine Knöchel herum dutzendweise gartenzwerggroße Kinder die Schlachten aus dem Herrn der Ringe mit Prinzessin, Dinos und Piraten nachspielen.

Ab und zu kotzt ein Harry Potter oder heult Pippi Langstrumpf, während gar nicht als Dorsch verkleidete, sondern tatsächlich so aussehende Männer mit Hilfe von ganz viel Gesöff Anlauf von schräg unten auf meine 182cm nehmen. Ich möchte meinen Arm waschen, sobald er feuchtwarm angepatscht wurde und weiß daher, dass ich nicht veranstaltungstauglich bin. Habe aber nicht immer die Wahl.

Falls mich jemand zur Rede stellt, warum ich nicht verkleidet bin, setze ich reflexartig eine rote Schaumstoffnase auf, die ich vorsichtshalber bei mir trage. Ab und zu sage ich wohlwollend Helau, bevorzugt dann, wenn es nicht unbedingt passt.

Eine Woche noch.



Montag, 16. Januar 2012

Zu Diensten.

Die eine oder andere von euch wird den Film „The Green Lantern“ gesehen haben, um den es in diesem Posting nicht gehen soll. Einer der Hauptdarsteller ist der mächtige Bösewicht Parallax, dessen mächtige Bösartigkeit durch Volumen dargestellt wird: In Form einer gewaltigen dunklen Wolke brodelt Parallax durchs Universum, um sich schließlich mit dem Ziel der Vernichtung auch der Erde zu nähern.

Die Erde vernichtet man als intergalaktisches Riesenwesen bekanntlich am schnellsten, indem man sich in Großaufnahme zwischen New Yorker Wolkenkratzer wirft zwecks Größenvergleich und Zerstörung gutartiger Gegenspieler.

Parallax quoll also pflichtbewusst drohend zwischen Hochhäusern herum, der Superheld stellte sich ihm kämpfend entgegen und ich dachte: ‚Wenn ich so mächtig wäre und so viel Möglichkeiten aufgesaugt hätte, würde ich doch nicht so ein unpraktisches Format annehmen und mir ständig so einen Stress machen. Ganz im Gegenteil würde ich zusehen, dass ich klein und gemütlich irgendwo lebe, wo ich mich komfortabel bedienen lassen kann und jeder meiner Wünsche erfüllt wird.‘

Diesen Moment suchte Miss Sally sich aus, um schnurrend die Krallen einer Vorderpfote in meine Schulter zu graben und dann zufrieden zuzusehen, wie ein kleiner Blutstropfen meinen Oberarm hinunterrann.

Parallax ist kleiner und sieht unschuldiger aus als die anderen Katzen. Sie läuft senkrecht an uns hoch ohne Rücksicht auf Verluste, ist jedoch abends mit einem aufgeschlagenen Hühnerei friedlich zu stimmen und verbringt ihre Tage am liebsten in Waschbecken mit einem ganz leicht tropfenden Hahn (wahrscheinlich zwecks Befeuchtung und damit Frischhaltung der Superschurkenfähigkeiten).

Wir leben nicht schlecht als Diener einer intergalaktischen Supermacht des Bösen, zumindest fürs Erste.

Und wer weiß denn schon wirklich, was die Zukunft bringt?
Eben.



Mittwoch, 21. Dezember 2011

Ruhig ist es um mein Blog geworden

“Ruhig ist es um dein Blog geworden, da könntest du ja wirklich mal wieder mehr schreiben.”  Zuerst habe ich, so glaube ich, einfach nur geblinzelt: Es hat etwas durch und durch Erfrischendes, auf Bekannte zu treffen, die es irgendwie geschafft haben, unseren Ritt durch die Privatapokalypse völlig zu verpassen, obwohl sie immer mal wieder das Blog lesen. Ist nur eben ziemlich selten.

Völlig außer Frage steht, dass ich in jedem Gespräch so lange punkten könnte, bis das Gegenüber nur noch verstört schweigt. Kann oder sollte ja kein Gesprächsziel sein. Da ich aber selbst nicht weiß, was ich zu jemandem sagen würde, der mit einer Thrombose im Bein und einer lebensgefährlichen Erkrankung halbnackt das eigene Kind aus dem brennenden Eigenheim inklusive Büro getragen hat, um dann erst mal anderthalb Jahre lang mit einer thyreotischen Krise zu kämpfen, während die Hausratversicherung sich über einen sehr langen Zeitraum gefährlich ungnädig benahm und der Mann nach Aufenthalt auf der Intensivstation Verbrennungen dritten Grades ausheilte und wir parallel um unsere Existenz kämpften, murmele ich in der Regel nur was von “viel zu tun”,wenn einer fragt, wie es so geht.

Was ja auch stimmt. Irgendwie.

Vor allem bin ich damit beschäftigt, nicht zu einer jener monothematischen Persönlichkeiten zu werden, die einmal im Leben ein einschneidendes Erlebnis meist negativer Art hatten und nun wie das Kasperle aus der Kiste springen und dieses Thema intervallartig ein Leben lang aufarbeiten. Wir wissen alle, wie das ausgehen kann. Da kommt dann einer und stülpt seine gemachte Erfahrung bei der erstbesten halbwegs passenden Gelegenheit übers anliegende Thema.  Die Frau Kelef kennt einen Thailand-Experten, der das auch ohne Trauma schafft. Wir alle kennen den geheilten Extremkranken, der danach aposteln geht mit Rohkost oder Dauerlauf und vielleicht am allerschlimmsten sind noch jene, die einmal für 5 Minuten Medienaufmerksamkeit hatten und noch am Rollator humpelnd erzählen werden, wie das damals so war.

Das Feuer war schlimm.
Die Erlebnisse danach waren schlimmer.
Die Erlebnisse danach waren aber auch unglaublich toll.

Auch das muss verarbeitet werden.

Vielleicht schreibe ich wirklich irgendwann mal den ganzen Bericht fertig und ins Blog. Aber erst, wenn diese Achterbahnfahrt allmählich ausrollt. Denn davon kann auch siebzehn Monate nach dem Brand noch nicht die Rede sein. Unsere Wohnung ist noch nicht wieder aufgebaut, gesundheitlich bleibt alles schwierig und momentan habe ich nicht mal Lust darauf, darüber zu bloggen, wie ich in Quarantäne geschickt wurde, um radioaktiv verseucht zu werden. Obwohl das ganz lustig war, und hoffentlich den gewünschten Erfolg (zerstörte Schilddrüse) erzielt.

Ja,es ist ruhig um mein Blog geworden. Überleben im übertragenen und sprichwörtlichen Sinne ist und war erst mal wichtiger. Doch ich habe immer noch Lust zu bloggen, werde ganz sicher nicht aufhören und es bleibt also nicht auf Dauer so ruhig.

Euch allen wunderbar entspannte Feiertage, ganz viel angenehme Langeweile und ein herrlich ereignisloses, rundum gesundes Jahr.



Freitag, 16. September 2011

Das Dach kommt

Ein Jahr, zwei Monate und eine Woche nach dem Brand:

Ehemaliges und zukünftiges Gästezimmer

Ehemaliges und zukünftiges Gästezimmer, von schräg oben. Mehr Bilder bei Flickr.



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Perücke mit Netz
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Irgendwie kommt es mir so vor, als hätte ich diesen Eintrag schon mal geschrieben.
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Immer noch Baustelle
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Pappnasenzeit.
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Letzte Kommentare:

melody in Perücke mit Netz: Das ist ja keine Portalseite, nur ein ganz altes Design - ich habe es nach dem Brand irgendwann ...

Biggi in Perücke mit Netz: Huch. :) Also ich kam von Alphamama, landete bei einer nie gesehen Moving Target Portaldingens, ...

Angela in Irgendwie kommt es mir so vor, als hätte ich diesen Eintrag schon mal geschrieben.: Jo genau - seid doch einfach dankbar, dass ihr ein Dach über dem Kopf habt *tzz* - immer wieder ...

creezy in Irgendwie kommt es mir so vor, als hätte ich diesen Eintrag schon mal geschrieben.: Ich drücke einfach nur die Daumen für sehr sehr sehr schnell. Jetzt. Pronto. Du warst übrigens ...

melody in Momentaufnahme von der Baustelle, aktuell: Um die vielen interessierten Nachfragen in unseren sozialen Netzen :-) nun gesammelt zu ...

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