Zu Diensten.

Die eine oder andere von euch wird den Film „The Green Lantern“ gesehen haben, um den es in diesem Posting nicht gehen soll. Einer der Hauptdarsteller ist der mächtige Bösewicht Parallax, dessen mächtige Bösartigkeit durch Volumen dargestellt wird: In Form einer gewaltigen dunklen Wolke brodelt Parallax durchs Universum, um sich schließlich mit dem Ziel der Vernichtung auch der Erde zu nähern.

Die Erde vernichtet man als intergalaktisches Riesenwesen bekanntlich am schnellsten, indem man sich in Großaufnahme zwischen New Yorker Wolkenkratzer wirft zwecks Größenvergleich und Zerstörung gutartiger Gegenspieler.

Parallax quoll also pflichtbewusst drohend zwischen Hochhäusern herum, der Superheld stellte sich ihm kämpfend entgegen und ich dachte: ‚Wenn ich so mächtig wäre und so viel Möglichkeiten aufgesaugt hätte, würde ich doch nicht so ein unpraktisches Format annehmen und mir ständig so einen Stress machen. Ganz im Gegenteil würde ich zusehen, dass ich klein und gemütlich irgendwo lebe, wo ich mich komfortabel bedienen lassen kann und jeder meiner Wünsche erfüllt wird.‘

Diesen Moment suchte Miss Sally sich aus, um schnurrend die Krallen einer Vorderpfote in meine Schulter zu graben und dann zufrieden zuzusehen, wie ein kleiner Blutstropfen meinen Oberarm hinunterrann.

Parallax ist kleiner und sieht unschuldiger aus als die anderen Katzen. Sie läuft senkrecht an uns hoch ohne Rücksicht auf Verluste, ist jedoch abends mit einem aufgeschlagenen Hühnerei friedlich zu stimmen und verbringt ihre Tage am liebsten in Waschbecken mit einem ganz leicht tropfenden Hahn (wahrscheinlich zwecks Befeuchtung und damit Frischhaltung der Superschurkenfähigkeiten).

Wir leben nicht schlecht als Diener einer intergalaktischen Supermacht des Bösen, zumindest fürs Erste.

Und wer weiß denn schon wirklich, was die Zukunft bringt?
Eben.