Wie groß, wie schwer

Warum wollen bloß immer alle wissen, wie viel ein Kind bei der Geburt gewogen hat? habe ich jetzt schon mehrmals gehört. Das ist ja schlimmer als auf dem Viehmarkt, da kauft man auch nach Gewicht ….

Vor der Schwangerschaft habe ich mich auch manchmal darüber gewundert.

Das lag aber vor allem daran, dass die Zahlen so abstrakt waren: 48 oder 58 cm, was soll’s – ob sechs Pfund oder acht, das schien alles nicht so bedeutsam zu sein. Hauptsache, dem Kind ging es gut, und so hörte es sich ja meistens glücklicherweise an.

Jetzt sieht die Welt schon anders aus.

Wenn man mit der Angst lebt, ein Frühchen zu bekommen und feuchtfeiste Aufmunterungssprüche à la »auf RTL in der Sendung Sowieso kriegen sie auch 800 Gramm schon durch« ins Gesicht gewischt bekommt. Wenn man Menschen trifft, die 1.500 Gramm gewogen haben, als sie geboren wurden und denen es jetzt prima geht. Wenn der Arzt dann sagt »Bald wiegt sie 2 kg, damit ist das Schlimmste überstanden, selbst wenn sie jetzt kommt.« Dann bekommen diese Zahlen ihr Gewicht.

Mal ganz abgesehen vom Bauch.

Was die Zentimeter angeht: Ach doch, ich kann mir durchaus vorstellen, dass es wesentlich schmerzhafter ist, 60 cm zur Welt zu bringen als 45. Die Überlegung hilft zwar nicht weiter, aber immerhin verstehe ich jetzt, warum nach den Daten eines frischen Babys gefragt wird.

Es kann auch ganz spannend sein, wie viele Pfund gerade auf der Blase sitzen und man freut sich über mehr davon.