Wachen, lesen, lange Blog-Einträge schreiben

Der schwarze Keramikspringbrunnen ist gekommen, aufgebaut und sofort der Nachbarin geschenkt worden, die uns bei einem netten Abendessen im Restaurant erzählt hat, dass sie Zimmerbrunnen ja so sehr liebt und bei sich leider nicht ans Laufen gekriegt hat (natürlich prompt, nachdem ich mich im Verlauf des Smalltalks dafür entschuldigt hatte, bald so eine absolute Scheußlichkeit aufstellen zu wollen).

Sie freut sich sehr darüber und bei uns könnte er sowieso nicht stehen, nicht mal wenn wir so was toll finden würden: Vielleicht hätte ein würdevoller Goldkater noch einen halbwegs normalen Plansch-Umgang damit gehabt, von einem Kater-Teenie kann man das nicht erwarten. Außerdem brauchen wir keine sprudelnde Trinkquelle mehr. Vielleicht mag der Teenie ja auch den Trinkwasser-Kuppeldom.

Miss Peppermint liegt mit trübem Blick in dunklen Ecken und fühlt sich offensichtlich einfach nur sehr alleine. Das tut mir zwar weh … aber einfach übergangslos einen neuen Kater in unser Leben pappen, das habe ich nicht geschafft. Ich brauche diese Tage, um zu trauern und zu vermissen und die Trennung von Nandi zu verarbeiten, der ja immer und überall um mich war. Auch der neue kleine Kater hat ein ernst gemeintes Willkommen verdient, und dazu ist einfach etwas Abstand nötig. Klar, ich komme mir trotzdem völlig herzlos vor und so, als würde ich Nandi verraten - andererseits hatten wir schon vor langer Zeit darüber gesprochen, wie wir vorgehen, wenn eine unserer Katzen stirbt und wussten eigentlich auch ohne Vereinbarungen, dass wir eine Zwei-Katzen-Familie sind und sein wollen und dass keine unserer Katzen alleine sein soll. Wir taten wie unter Betäubung, worauf wir uns lange vorher geeinigt hatten und das ist gut so. Der Neue sieht übrigens völlig anders aus als Nandi oder Pepper, und auch das ist richtig so. Miss Peppermint muss jetzt auch nicht mehr lange unter Einsamkeit leiden.

Eure vielen lieben Mails, Comments, Anrufe und Karten haben mir sehr geholfen, weil ich wusste, dass mich jemand versteht und nachfühlen kann, wie es uns jetzt geht. Nandi hat ja sogar Sprühsahne geschickt bekommen, von Liisa, ein paar Tage vor seinem Tod.

Natürlich war auch die obligatorische »Es ist doch nur ein Tier«-Zurechtweisungsmail unter den Zuwendungen, ohne hätte mir auch glatt was gefehlt. Solche Kackfratzen aus der Blogosphäre helfen ja meist dabei, eine Ansicht richtig zurechtzurücken, auch wenn sie sicherlich das Gegenteil beabsichtigen und nicht begreifen, wie transparent sie sind.

Ja, er war nur ein Tier. Aber für mich war er wichtig und das muss ich nicht rechtfertigen.

Ich bedanke mich für die vielen lieben Nachrichten und Grüße, die uns erreicht haben und auch für die Hinweise auf homöopathische Heilmittel und Behandlungsmethoden.