Heute fielen mir auf einmal die Mütter meiner Schulkameradinnen ein, die damals in dem Alter waren, in dem ich jetzt bin. Meine eigene Mutter hat und hatte ihren Weg, unterrichtet auch nach ihrer Pensionierung noch ein bisschen in der Musikschule, die sie mit gegründet hat als junges Mädchen. Aber die Mütter der anderen hatten in meiner Erinnerung eigentlich nur Jobs, wenn sie gerade geschieden wurden oder bald werden würden und das waren dann so Dinge, die ich eher unter experimentell abhaken würde: 38jährige, die eine Lehrstelle in der Buchhandlung finden oder einmal vierteljährlich einen Yoga-Kurs gaben und ähnliche wunderbare Dinge, von denen man Teenager eher nicht miternähren kann.
Vermutlich, so denke ich heute, haben diese Frauen sehr darauf geachtet, ihre Unterhaltsansprüche nicht zu riskieren, sonst hätten sie wirklich arbeiten müssen. Aber damals kam es mir bizarr vor. Ist es wohl auch.