The Heat is back in Town

Für heute sind 30 Grad angesagt, für morgen 35. Gut so, und das sage ich nicht nur, weil ich ja im Kühlen sitze. Sondern weil ich es liebe, wie der Sommer durch alle Abläufe sickert und die Hitze alles glättet und dämpft und jede Hektik verschwinden lässt. Gute Laune ist wie Wärme auf der Haut, warme Haut macht gute Laune. Unangenehme Leute schrumpfen noch weiter ein, ihre Aggressionen wirken lächerlich. Das Wetter ist einfach größer als alles - Überleben ist angesagt, sich umstellen auf die Hitze. Siesta of the mind. Ich liebe den Sommer :-)

Aber ich würde auch einen Eis- und Hagelsturm lieben, heute sowieso, denn ich bin eben zum Postfach, zur Apotheke und zum Supermarkt gewesen und habe nicht nur alle diese Wege geschafft, ohne anhalten oder verschnaufen zu müssen ... sondern ich habe auch alle Erledigungen auf diesen Wegen geschafft und nicht nur eine, wie letztes Jahr meistens. Und es ist ein voller Einkauf gewesen, so richtig mit drei schweren großen Transportbehältern voller Frischkost, die ich allesamt ohne Pause und ohne Atemnot vom Auto ins Haus geschafft habe. Das Beste aber ist, ich bin jetzt nicht mal ein bisschen erschöpft und das lädierte Bein hat nicht mit einem einzigen nichtvorhandenen Härchen gezuckt. Ha! Die Woche kann kommen.

Ehrlich gesagt finde ich es klasse, diese kleinen Selbstverständlichkeiten so bewusst genießen zu können. Ich würde nicht so weit gehen zu sagen, dass ein Unfall oder eine Krankheit auch immer etwas Gutes an sich haben, das wäre dann doch ein bisschen arg platt, aber das Überwinden von Schwierigkeiten öffnet auf alle Fälle die Augen für Wesentliches.

Und dann wäre da noch die kleine «Quizfrage» der Woche, rein hypothetisch natürlich und üüüüüüüüüberhaupt nicht an einem echten Fall festgemacht. Bin mal gespannt, was Ihr antwortet würde. Also: Wenn man schon längere Zeit (wirklich lange Zeit) arbeitslos und finanziell sehr stark angeschlagen ist, welche dieser drei Entscheidungen mag dann wohl die richtige sein:

a) beim Arbeitsamt eine Umschulung beantragen, um endlich den Traumjob zu lernen, von dem man immerzu spricht?

b) überlegen in eine bestimmte Region zu ziehen, wo Leute mit den eigenen Qualitäten gerade für ein Projekt gesucht werden und wo man gute Chancen auf einen längerfristigen Job hätte?

c) einen teuren Schäferhund mit teurem Futter kaufen und diesen so verziehen, dass man ihn nicht mal eine halbe Stunde allein lassen darf, so dass man sich eigentlich gar keine Stelle mehr suchen KANN?

Ja genau. Den Schäferhund hätte ich dann wohl auch genommen, vor allem in einem Innenstadt-Appartment. Gaaaaah! Wie-gut-dass-ich-mich-nicht-einmische. Aber die Zungenspitze hätte ich beinahe eingebüsst.