Surreality strikes. Again.

In der modernen großen Apotheke.

Darsteller: Frau mit Geldbörse in der Hand und der Bereitschaft, schnell zu kaufen und noch schneller wieder zu gehen (Ich).
Junge Apothekenfachverkäuferin, sehr eifrig (JAFV)

Ich: Eine Zeckenkarte bitte.
JAFV: Oh! Da muss ich mal eben ....
Ich: OK
JAFV: So, da hätten wir es ja schon.
Ich: (strecke ergebnislos die Hand danach aus)
JAVF: Sehen Sie, das ist nur so groß wie eine Kreditkarte, aber hier ist eine Lupe und da so ein Hebelchen, damit kann man ganz toll eine Zecke ...
Ich: (freundlich) Ja. Weiß ich. Deswegen kaufe ich die ja.
JAVF: Oh. Oh!
Ich: (strecke ergebnislos die Hand nach der Karte aus)
JAVF: Aber ... schauen Sie, ich hab hier noch was, auch sehr gut!

Sie zeigt mir einen Kugelschreiber, der vorne keinen Stift hat, sondern eine Drahtschlaufe, die man zuziehen kann.

Ich: (freundlich, aber in Eile) Sieht auch praktisch aus. Aber die Ka…
JAVF: Gucken Sie mal, so geht das!

Sie angelt mit dem Draht nach einer kleinen weißen Perle, die auf einem Samtkissen festgesteckt als Demo dient.

Die kleine Perle springt aus dem Samt und kollert auf dem Boden davon.

JAVF: Oh! Oh. Immer passiert mir das.
Ich: Ihre Demo-Zecke liegt da vorn, ich komm nicht dran.

Im Hintergrund bricht eine blondierte Enddreißigerin ob des Wortes “Demo-Zecke” hysterisch kichernd zusammen.

Am Ende haben wir dann alle gemeinsam nach der kleinen Plastikperle gesucht, die Demo-Zecke wieder installiert und ich konnte meine Zeckenkarte bezahlen und mitnehmen. Magnesiumkügelchen hab ich auch noch gekauft, irgendwie musste ich dem Zeckenkugelschreiber ja ausweichen.

Wenn jetzt mal eine Zecke vorbeikommt, bin ich bestens vorbereitet. Und unechte Perlen werden mich ein Leben lang an Zeckenkugelschreiber erinnern.