Schöner, einfacher, romantischer Film: Angel Eyes mit ...


Schöner, einfacher, romantischer Film: Angel Eyes mit Jennifer Lopez. Liebesgeschichten, bei denen man immer schon weiss, wie es ausgeht, sind nicht schlimm ... wenn man nur ins Kino geht, um einen netten Film zu sehen. Wer schmachten möchte, darf. Wer am Ende alles gern aufgeräumt hinterlässt, wird auch bedient. (Läuft am 25. in den deutschen Kinos an, wir waren in einer Preview.)

Nicht so schön: 72 ununterbrochene Minuten Knistern, Rauschen, Knacken und Schmatzen wie in der Ferkelaufzucht, nur dass die Viecher deutlich hübscher sind als die beiden hinter uns sitzenden Frauen es waren. Da wurde gelabert, gesabbelt, gegackert und erzählt, wir wissen nun alles über die 6 Mark und achtzig Pfennig, die vom Nachbarn für irgendeine Reparatur im ganzen Haus eingesammelt wurden und dass es im Vorjahr noch 5 DM waren. Dumpfbacke rechts war sogar noch dümmer als Dumpfbacke links, denn sie brauchte eine Simultanübersetzung sämtlicher Handlungsabläufe und hat dann trotzdem nichts verstanden. “Issas nu der Bruda oda was? Hä? Oda issa das nu nich?”

Sehr nett auch ein konstantes “Da guck ma wasser nu macht” und “Hassu gesehn wasse gemacht hat?” Schlimmer noch, jeder Blick, jeder Kuss, jede Ansicht einer Verkehrsampel wurde mit einem ach so wahnsinnig “witzigen” Spruch kommentiert. Wohlgemerkt, das von Knistern begleitete Schweineschmatzen direkt in unserem Nacken stoppte trotzdem erst so in den letzten 20 Minuten, als die zweite Horrorbraut ihren Eimer leergemampft hatte (die andere hatte die Hälfte ihrer vier Kilo Popmais bereits über meinen Sitz ergossen, bevor wir ankamen und fand das natürlich auch sehr lustig, dass ich nun in einer verwüsteten Umgebung sitzen musste. “Wann machense denn hier mal sauba, wird Zeit, wa?” Hahaha.).

Ich kann kaum beschreiben, wie sehr ich es zu schätzen weiss, wenn solche Frauen hinter mir konsequent furzen und sich dann gegenseitig bestätigen “das hättste aba auch zuhause machn könn.” Kurzer Blick nach hinten, obwohl ich es schon wusste: Es waren Damen dieser undefinierbaren ungepflegten Sorte, die von einer leicht schlampigen 17jährigen übergangslos zu einer strähnighaarigen fast-40erin werden, alle Jahre dazwischen wohl ein einziger vor sich hinsabbelnder Brei aus Ballermannurlauben und Jeanshemden mit Glitzer.

Als der Film endete, blieb ich sitzen. Hinter uns gingen die Geräusche dann erst richtig los. Man musste sich ja den ganzen Film noch mal erzählen, den aller-, allerletzten Rest Popcorn aus dem Eimer graben und schmatzend reinmampfen, noch ein paar schwache Witzchen machen und sich dann in die undefinierbar geformte Jackenpelle quetschen, die auch ein Bestandteil solcher Frauen zu sein scheint. Ich blieb sitzen. Es sabbelte, brabbelte und ferkelschmatzte immer noch. Oliver warf mir einen fragenden Blick zu, weil ich immer noch sitzen blieb - aber ich fand und sagte es auch: Er konnte sich das ruhig anhören. Damit ihm mal wieder schön klar wurde, was er für ein Glück hat *g*

Und um das schmatzende sabbelnde plappernde Geräusch nicht wie eine Verfolgte im Rücken zu haben, beim Runtergehen. Bäh, was für abartige Frauen, die eine furzte ständig und der anderen faulte das Beisswerkzeug weg, beide mit langen Fusselplissen auf dem Kopf. Wieso gehen die denn ins Kino und zerstören anderen das Vergnügen, wenn sie mit einer Dose Bier an der Hand an jeder Strassenecke ungestört genauso reden könnten? Ich versteh es nicht, und wie immer regt mich sowas noch mehr auf, wenn ich merke, dass jemand sich nicht wäscht. Wenn dicke Schminke drin ist und Haarspray sowieso und Strasshandtaschen besorgt werden können und Ohrringe mit sich küssenden Elefantenbabys mit roten Nasen, warum gehen dann WASSER und SEIFE nicht?! Grrrr.

Angesichts einer solchen Kulisse fällt es gleich doppelt so stark auf, dass auch Jennifer Lopez mit rumsträhnenden Haaren eher ungepflegt als schön aussieht. Sonst aber sehr niedlich rüberkommt, wie auch in “Wedding Planer”, die Rollen ähneln sich sowieso ein wenig. Sie bedient halt ein Klischee, und das sehr nett. Mehr aber eben auch nicht. Für so einen romantischen Film reicht das ja auch. Die Jungs werden es mögen, wenn sie sich in Unterwäsche durch die Gegend schwingt oder großzügige Einblicke gewährt. Aus unerfindlichen :-) Gründen habe ich selbst wohl eher eine Schwäche für große, schlaksige Hauptdarsteller mit traumhaften Augen. Blau ist nicht so schön wie grün, aber bitte, ist ja nur Kino.

P.S. Natürlich hätte ich etwas sagen können. Zu den beiden Damen, die husteten oder schnieften oder keuchten oder sich räusperten, wenn sie mit dem Schmatzen oder Dummplappern mal für eine Zehntelsekunde aufhörten. Aber ich sehe in solchen Situationen wenig Verbesserungspotenzial. Man sagt dreimal “Pssscht” und merkt dann, dass sie dann wahrscheinlich vor lauter Trotz zusätzlich noch kotzen oder Durchfall entwickeln werden.