Scheuert den Magen

Den Start der neuen Woche möchte ich mit meinem tief empfundenen Dank an die Lifestyle-Journalisten und Populärwissenschaftler beginnen, die sich mit der Allergieforschung bei Kleinkindern beschäftigt haben und zu dem Schluss gekommen sind, dass eine zu steril geschrubbte Umgebung das Gegenteil des Gewünschten bewirkt. Dreck ist gesund! Das wissen auch andere mit nicht keimfreier Kindheit.

Zwar würde mich auch noch bei Gelegenheit interessieren, wie diese Ergebnisse überhaupt zustande kommen: Fragt man da nach, wer es daheim nicht so arg mit der allgemeinen Reinlichkeit hat und testet deren Nachwuchs dann stichprobenartig? Da melden sich tatsächlich welche? Und sind die Ergebnisse dann zuverlässiger als die von

Frauen

Familien, die selbstverständlich Stein und Nasenbein schwören, äußerst säuberliche Haushalte zu betreiben, obwohl man das nicht prüfen kann?

Sind nicht am Ende meistens sogar die Haushaltsvorstände am penibelsten, die stets neckisch verkünden, ja gar nicht so arg verbissen zu sein, ganz im Gegenteil sind sie locker, entspannt, lässig sogar - während sie sich mit Aufzählungen überbieten, dass sie “es” ja nicht so eng sehen würden, während parallel genauestens erklärt wird, wo die Ergebnisse tipptopp sein müssen (und zwar überall, wenn man bis zum Ende zuhört)? Unweigerlich gefolgt von Andeutungen, wer es denn nicht so lobenswert genau nimmt: ”... also ich könnte ja nicht ... aber das muss ja jeder selbst wissen ...” Auch die gemeine deutsche Heuchelkuh dürfte solche Umfrageergebnisse also wissentlich oder unwissentlich verfälschen.

Aber egal jetzt.

Denn amerikanische und andere Wissenschaftler haben bewiesen oder schreiben zumindest so häufig darüber, dass es zum Allgemeinwissen auf Goldenes-Blatt-Niveau zu gehören scheint: Allzu steril ist nicht bekömmlich, zu viel Reinigungsmittel sind gar nicht gut.

Trotzdem werde ich jetzt täglich den Flur feucht wischen. Obwohl es bestimmt nur ein Zufall war, dass das Baby plötzlich auf einem blitzsauberen runden Stück Parkett rumknubbelte, während sich außerhalb dieser Reichweite Wollmäuse und Flusen der hauchfeinen kleinen Sorte paarten, die man erst auf ca. 40cm Augenhöhe so richtig gut sieht.

Oder wenn sie an einer Stelle mittendrin fehlen.