Rabää!

Sie wächst. Fütterungs-Sessions von vier Stunden sind keine Seltenheit. Auf Anweisung der Hebamme versuchen wir, aus Pausen eine Unterbrechung der Nahrungsaufnahme für mindestens eine Stunde zu machen. Das ist verdammt nicht einfach.

Man kann durchaus vier Stunden am Stück »Rabimmel Rabammel Rabumm« singen und dabei rhythmisch vor und zurück zucken, ermattet herumschlurfend und halb schlafend – jede Pause durch Sirenengejaul geahndet.

Gerne würde ich schreiben »Man kann. Man muss aber nicht.« Doch es gibt Situationen im Leben, da muss man eben doch.

Der Mann, nach dem seltsamen Text befragt, den er dem inzwischen achtpfündigen Baby immer wieder vorsingt: »Das ist aus meiner Hymne auf das Dinkelbrot, die ich nach der Melodie von ‘Eternal Flame’ getextet habe.«

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Henrietta rülpst sanft und riecht dabei nach einer gelungenen Mischung aus Fenchel und gerinnender Milch. Manche Babys, so sagte die Hebamme, kacken nur alle acht Tage - manche acht bis zehnmal am Tag. Das stimmt. Also das mit den zehnmal am Tag.

Unsere Tochter sieht nach 58 Minuten Dauergebrüll erfrischt und erholt aus. (Ich hab noch 2 Minuten, dann wird sie violett vor Wut und die Milchbar eröffnet. Irgendwo in diesem Kind steckt eine kleine Stoppuhr.)

Ich sehe nicht erfrischt aus. Gar nicht.

Meine Augenschatten haben ungefähr die Farbe dessen, was ich gerade aus der Windel geholt habe, während die nächste und die übernächste (!) Ladung direkt nacheinander bereits nachquollen. Wenn haltloses Schreien helfen würde, dass ich auch mal auf den Arm komme .... Antenne Düsseldorf würde darauf hinweisen müssen, dass es sich bei den Geräuschen aus Oberrath nicht um ABC-Alarm handelt.

Meine Chancen dafür stehen aber aus diversen Gründen ziemlich schlecht. (Die Zeit ist um ...)

Aber das macht alles nichts. Wachsen wir eben mit, den Anforderungen entgegen und mit dem Kind. Der ganze Stress, egal. Denn seit gestern ... kann sie lächeln.