Pädagogik oder warum muss immer einer aus der Reihe tanzen

Wenn auf dem Tisch Salat steht und Chili und eine warme Gemüsemischung und selbstgemachte Guacamole und Bohnenbrei und Sauerrahm und Nachos und noch mehr Salat und drei Sorten Käse und Mais und geschrabbelter Kohl und noch ein halbes Dutzend andere Gemüse und Füllmöglichkeiten für die Fajitas, damit sich sowohl Vegetarier als auch Fleischfans ein leckeres Essen zusammenstellen können ... wenn sich also der Tisch förmlich biegt und alle selig futtern und dazwischen sitzt einer, der eine Fresse zieht und fragt, ob er nicht “wenigstens ein Brot” haben kann, damit er “wenigstens” die Guacamole essen kann, dann gibt es eigentlich nur eine Antwort:

»Du kannst essen was auf dem Tisch ist, oder Nudeln mit Ketchup - oder gar nichts.«

Scheinbar musste das mal geklärt werden, damit es dann erst richtig schön wurde :-) und das wurde es. Nudeln mit Ketchup wollte er nicht, seltsam, er hat dann doch ganz ordentlich gefuttert. Nur den Nachtisch haben alle verweigert: Zu vollgefressen. Zwei Pfund Windbeutelchen, ok - aber auch noch Pfannkuchen, dann hätte sich angeblich keiner mehr bewegen können. Ich hab’s ja eingesehen.

Außerdem habe ich beschlossen, dass ich zukünftig nur noch für Vegetarier bremse. Ich kann es wunderbar akzeptieren, wenn jemand kein Fleisch essen möchte und auch so kochen, weil ich selbst schon drei Jahre vegetarisch gelebt habe. Darauf keine Rücksicht zu nehmen fällt mir nicht ein, denn das ist was völlig anderes als einfach nur verwöhntes Rumgezicke, das ist eine Lebenseinstellung.

Alle anderen Nörgelnasen aber sollen sich einfach ihr eigenes Käsebrot mitbringen oder gleich daheim bleiben, wenn sie sich angesichts einer so reichhaltigen Auswahl nicht normal benehmen können - irgendwelche Sprüche höre ich mir nicht mehr an. Da ich aber lieb und nett bin, werde ich nun immer Ketchup mit Nudeln bereithalten als Alternative: Ich hab gehört, auch nörgelige Kleinkinder essen solchen Matschdreck immer gern - und glaube das einfach mal.