Orgasmusparadoxontheorie?

Zeit Leben: »Harald Martenstein schreibt endlich einmal über den Orgasmus«

»Die klassische Orgasmusparadoxontheorie stammt von Desmond Morris. In der Urzeithöhle brauchten die Urzeitmänner oft Jahre, bis sie die Existenz der Klitoris überhaupt bemerkten. Es war kalt und dunkel in der Höhle. Sie hatten beruflich viel um die Ohren.«
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Der Text ist klasse. Es steht aber drin, dass der klitorale Orgasmus ein evolutionsbiologischer Zufall sei, Glück gehabt und gnädig beschenkt worden, sozusagen. Eine Erkenntnis, die man mal wieder einer Studie über Männer - “Eine Entwicklungsgeschichte des Wettbewerbs unter Spermien” - verdankt. Eine Studie, in der zweifellos höchstens noch eine Dankesrede an Männer fehlt, die sich die Mühe des Suchens trotzdem machen.

Nicht nur unter uns Mädchen: Wieso soll der klitorale Orgasmus nur ein Zufall sein? Er bewirkt doch das Gewünschte und zwar unter Einsatz von Bordmitteln, die eine Dame auch allein und ohne Hilfsgegenstände oder Fremdorgane ergreifen kann. Die Natur weiß schon, was sie tut.

Mal angenommen, es ginge bei so einer aufwändigen Studie zu solchen Themen mal zufällig nicht schwerpunkttechnisch um die Jungs auf diesem Planeten und den Schlabber, den sie absondern. Selten, aber könnte ja mal vorkommen. Dann würde man ergänzend darauf hinweisen, dass Orgasmen einer Frau durchaus auch eine Funktion neben der Lust haben. Beziehungsweise lustvoll sind, weil sie einen Sinn haben:

Beim Orgasmus öffnet und senkt sich (unter anderem) der Gebärmutterhals, dadurch wird der für diverse Abläufe sehr wichtige Zervixschleim (unter anderem) gereinigt und reguliert und das ist auch eine der Antworten auf die Frage, warum manche Frauen während ihrer Periode oder ausgerechnet bei Harnwegsentzündungen verstärkt masturbieren oder stärkere Lust auf Sex verspüren. Kehrwoche, würden die Schwaben vielleicht sagen.

Aktivitäten zur Innenraumsäuberung müssen also nicht immer nervtötend und belastend sein, und manches Paar hat vielleicht in der eigenen Beziehung mehr zu ‘bereinigen’, als die Beteiligten ahnen.