Mein Plan, mich zuhause vernünftig auszukurieren, hatte ein paar organisatorische Lücken: Postzusteller und Prospektverteiler zum Beispiel.
Wie Bluthunde hatten sie bereits kurz nach unserem Einzug gewittert, dass es sich im Grunde immer lohnte, auf unsere Klingel zu drücken, um Einlass zu finden. Als hätte jemand HOME OFFICE auf das Schild geschrieben statt Heine, gewöhnten sie sich innerhalb weniger Tage an, erst hirnloses Geschepper zu erzeugen und dann »Göhömphföhhh!« oder so ähnlich ins Treppenhaus zu brüllen, wenn ich nachfragte. Das haben sie sich natürlich nicht innerhalb weniger Tage wieder abgewöhnt, nur weil ich im Krankenhaus war und ich stelle fest, dass ich es fast nie schaffe, einfach liegen zu bleiben. Es könnte ja mal was wichtiges sein. Noch wichtigere Sonderangebotsprospekte zum Beispiel.
Die zweite Lücke: Das Telefon. Die Nummer im Krankenhaus hatte ich nur drei Menschen gegeben, nachdem ersichtlich wurde, dass in dem Zimmer sowieso rund um die Uhr so lautstark telefoniert wurde, dass ich kaum Gelegenheit haben würde. Die Nummern hier haben eine Menge Leute, klar. Jetzt sitzen meine Eltern auf verschiedenen Seiten des Globus und passen den Moment ab, in dem ich endlich eingenickt bin, um sich besorgt nach meinem Befinden zu erkundigen.
Geht so, danke.
Dann war da noch das Handy. Wer mich auf dem Telefon nicht kriegt, musste natürlich danach das Mobiltelefon jodeln lassen. Nicht nur einmal oder kurz, nein, bis zu 10xmal à 5 Minuten. Glücklicherweise kann man heutzutage innerhalb von vier Stunden eine unverbrauchte neue Handy-Nummer bekommen, wenn man nur will. Ich wollte.
Gegen die Katzen aber fällt mir nichts Wirksames ein. Mit fünf Kilo Katzenmädchen auf der Brust schläft man nur schlecht, wird man parallel noch vom Troll in die Füße gehackt, zumindest eher unruhig.
Die Umstände wollen mir also bedeuten, dass ich wieder gesund bin. So fühlt es sich aber nicht an, außerdem soll ich mich unbedingt schonen. Mehr Ruhe als im Krankenhaus ist hier ohnehin:
Ich erbitte Verlängerung.