Note to Self (“Ich kannte dich schon, als dein Blog noch soooo klein war!”)

Für mich privat wird es immer angenehmer, dass “Webloggen” zum Massenphänomen wird. Früher hagelte, regnete und schneite es Mails, wenn ich mal ein paar Tage wenig oder gar nichts geschrieben habe. Alles wurde nachgeäfft, und ich meinte definitiv nicht die Meme-Spiele und -Tests, die speziell zum Nachmachen erdacht wurden. Zum Urteilen und Durchlabern fühlte sich ein jede/r berufen, ein Wald aus moralisch wertvollen Zeigefingern stach virtuell vielerorts aufmerksamkeitsheischend ins Web.

Als es weniger Blogs gab und die meisten sich Diaries nannten, landete die eine oder andere Art von Aufmerksamkeit überdurchschnittlich oft bei mir - und ich werde wohl nie esoterisch genug sein, um das Schreiben in ein Weblog mit derselben Philosophie wie das Autofahren zu betrachten (“Der Stau, das sind wir”). Ich kann meine Einstellung mental und technisch anpassen oder nicht und muss das nicht mehr wochenlang höflich diskutieren und schon gar nicht mehr mit Leuten, die mich nicht die Bohne interessieren - die habe ich seit Jahren (und klingt das nicht wunderbar, seit Jahren) vom Bildschirm verloren.

Alles verläuft sich, jeder findet ein Plätzchen und in einen Kosmos wie Antville oder 20six muss man nicht zwangsläufig einsteigen, um die Kommunikationsfäden und Themen nicht zu verlieren. Das ist auch sehr fein. Ebenso wie es fein ist, dass man sich einklinken kann, wenn man will.

Besonders gut aber gefällt mir die Neue Vielfalt der Gedanken, die man hier und da mitnehmen bzw einsehen kann.