Nichts Spannendes.

Vor ein paar Tagen habe ich bei Ebay nach alten Holzstühlen gejagt: Wir haben auf unserem neuen Dachboden einen gefunden und nun wollte ich noch drei oder vier dazukaufen und passend zu den Küchenwänden streichen, einfach für die erste Zeit. Die neue Wohnung ist viel größer und wir haben einiges zu renovieren, also möchte ich lieber ein paar selbstgestrichene Stühle für jetzt und irgendwann später mal gute.

Unsere bisherigen einfachen Sitzbänke kommen nicht in Frage. Die eine habe ich angeekelt zerhackt und in den Müll geworfen, weil darauf jemand gesessen hat, den wir nie ins Haus hätten lassen sollen. Die andere schenke ich meiner Freundin für ihren Garten. Stühle sind netter.

Nun sind die ersten beiden Beutestücke eingetroffen und haben sich trotz des Schnäppchenpreises als richtig feine Nussbaum-Bistrostühle herausgestellt. Nicht Thonet, aber doch schön genug und in sehr gutem Zustand. So was bepinselt man ja eigentlich nicht.

Ich surfe also durch Ebay, erfreue mich an bepolsterten Scheusslichkeiten bzw. daran, dass wir solche Dinge nicht aufstellen und suche weiter nach Stühlen. Ob zum Bemalen oder weitere dunkle Bistrostühle, das wird sich zeigen. Leider stehen die bezahlbaren der schönsten Stühle weit weg und müssen nach dem Kauf abgeholt werden.

Je länger man die Beschreibungen liest, desto mehr verläuft man sich in den Tiefen der Auktionen. »Für Individualisten« bezeichnet die scheusslichsten Gegenstände, je »wunderschöner« der Text, desto grausiger das Möbelstück. Eben hätte ich fast auf einen Stuhl geboten, merkte gerade noch rechtzeitig, dass der Auktionspreis für 24 gilt. So viele Gäste möchte ich nie wieder haben, das steht fest.