Nachschlag 2003

Bevor ich es vergesse: In 2003 hatte ich also zum erstenmal in über sieben Jahren “Weblog” eine Comment-Funktion aktiviert, und zwar für drei Monate. Genau genommen für drei Monate minus vier oder fünf Tage. Abgesehen von allen Themen wie Haftung und Trollzucht, mit denen sich anonyme Weblogger oder solche in nicht so stark frequentierten Blogs naturgemäss nicht so herumschlagen müssen, hat es mich einfach nur abgelenkt. Nicht so sehr vom Schreiben hier, aber von allem anderen.

Mir hat es auch nicht gefallen, dass sich hier ständig irgendwas änderte, auf das man achten musste, egal wo der Kopf sich gerade lieber aufhielt - und es war leider nicht so wenig, dass man es ignorieren konnte. Ich mochte es nicht, dass ununterbrochen irgendwer hier reinplapperte, der/die mich grundfalsch verstanden hat - was zum Schreiben online dazu gehört und mir völlig egal ist, so lange ich damit nicht belästigt werde - aber ziemlich nervt, wenn man damit zwangskonfrontiert wird. (Ich persönlich finde ja auch, dass jene Menschen ein bisschen dümmer als andere sind, die bei jeder Meinungsäusserung so tun, als hätte man neue Gesetze aufstellen wollen, statt nur die eigene Ansicht zu äussern.)

Oft liest man, dass jemand sich nicht beachtet fühlt, weil er/sie wenig Comments in seinem Weblog bekommt. Das kann schon sein. Ist mir aber wurscht. Ich hatte das gegenteilige Problem, dass mit der aktivierten Kommentarfunktion meine Abrufzahlen viel zu hoch und ständig höher wurden - und das ist trotz allmächtiger um sich greifender Trends und Meta-Strategien im Umkreis ganz und gar nicht das, was ich möchte. So wie es läuft, ist es schon ganz OK, mehr muss nicht sein.

Zusammenfassung:
- zu viel Generve und teils auch Leute, die hier nur schrieben, um auf sich zu linken
- zu viele Wiederkäuer

commentspezifische Besucher
- zu viel Ablenkung von den Dingen, die mich mehr interessieren als das Weblog

Ergebnis: Comments erst mal wieder aus. Feedback ist schön und gut, aber nicht so wichtig, dass man sich dafür einen Klotz ans Bein bindet, den man ständig beaufsichtigen muss. Vielleicht irgendwann mal eine andere Log-Software, mit der man Diskussionen gezielt offen lassen kann, aber nicht mehr Tür & Comments für alle und jeden öffnen muss, egal bei welchem Thema.

Ach ja. Und auf (m)eine Linkliste habe ich auch keine Lust momentan, weil ich die beim besten Willen nicht so wichtig nehmen kann, wie andere Menschen das offensichtlich tun und darüber diskutieren fällt mir im Traum nicht ein zurzeit. Schön, dass so viele Menschen BlogRolls haben, die man mitbenutzen kann :-)

Vielleicht könnte man aus diesem Eintrag einfach mal so für sich und verschiedene Themen mitnehmen, dass man eben nicht immer alle über den Kamm scheren kann, mit dem man sich selbst die Härchen glättet. Gibt ja doch ganz schöne Unterschiede zwischen den Menschen, den Inhalten, den Ansätzen und irgendwelche Labertaschen entscheiden sicherlich nicht darüber, welche Definition für Weblog nun gilt und welche nicht und was man machen darf, muss oder sollte und was nicht, was man aktiviert haben muss und was nicht und welche Texte würdig oder nicht sind. Man macht - oder nicht. Das ist alles.