Musical: The Rocky Horror Show

Einmal jährlich in der Philipshalle mit einer Originalbesetzung aus dem Londoner Westend, und es war erwartungsgemäss sehr schön und gar nicht überfüllt. Leider waren einige im Publikum mit typisch deutscher Gründlichkeit und Pumpguns am Start, um zentnerweise Reis und Hunderte von Rollen Klopapier in die Halle zu jagen, sich vom ersten Bühnen-Regenschauer an gegenseitig nasszuspritzen und damit dann auch nicht mehr aufzuhören. Etwa zwangzigmal so viel wie in London oder New York (um eine Einschätzung zu vermitteln, wie “stilvoll” das vor sich ging).

Von Käwwin und Torbän ganz zu schweigen, die um halb 9 ins Bett gehört hätten und nicht in regensichere Schutzanzüge, die farblich auf ihre gigantischen Pumpguns abgestimmt waren. Also alles wie immer, wo mehr als zehn Menschen auf einem Haufen anzutreffen sind und der Ballermann gerade nicht greifbar ist. Wie schön, dass es zu laut war, um die gegenseitigen Beteuerungen mitzuhören, wie toll cool man doch jedes Jahr mitzelebrieren würde.

Und der winzige Moment des Bedauerns, dass es diesmal nicht wieder auf dem Broadway sein konnte, der ging auch vorbei. Er begann, als der turbulente Frauen-Kegelclub schräg vor uns sich aufopfernd in den Time Warp stürzte und endete, als die aggressive Greisin in den roten Strapsen zum französischen Dienstmädchenkostüm in unmittelbarster Nähe ... ach, egal. Es war trotzdem verdammt schön, nicht mal tiefste Abgründe menschlicher Vorlieben und der leider größtenteils deutsch sprechende Moderator konnten den Spaß verderben.
Thrill me, chill me, fulfill me
Creature of the night