Morgenrituale, Katzenwellness

Jeden Morgen lege ich den kleinen Kater lang ausgestreckt auf eine weiche Decke und knubbele ihn von oben bis unten durch. Von vorne, von hinten und seitlich. Ohren kneten, umklappen, reinschauen, Nacken kraulen, unterm Kinn auch, jede Pfote wird der Länge nach sanft gerubbelt und dann kitzele ich ihn unter den Achselhöhlen, krabbele die bespeckten Rippchen und bohre sanfte Finger in den strammen kleinen Bauch. Massieren, kraulen, kuschelkneten. Beinchen strecken, ein bisschen in die Hinterbacken zwacken und alle Pfoten spreizen und angucken. Katerbaby kennt das vom ersten Tag an, fordert diese Behandlung durch energisches Quietschequäken inzwischen morgens bereits von selbst an - dann macht er sich unter meinen Händen wohlig lang, damit ich auch bloß nichts vergesse. Jeder Rückenwirbel bekommt eine eigene Umrundung, jede Kralle wird begutachtet und am Ende ist der ganze kleine dicke große Kater rundherum entspannt und wurde (fast) überall geknuffelt, gestreichelt, gestupst und ein bisschen herumgeknödelt. Jetzt liegt er da rum, Plauze nach oben. Sein Schnurren ist bis ins Nebenzimmer zu hören.

Das ist meine Antwort auf die Frage: Warum sind eure Katzen so entspannt und zutraulich?

Aber es ist auch eine gute Methode, stets halbwegs entspannte Tierarzt-Besuche zu verbringen, weil das Tier eben schon daran gewöhnt ist, ‘untersucht’ zu werden und sich ohne Angst drehen und wenden lässt. Ich könnte noch mehr Ausreden für die Knödel-Session finden, aber jetzt ist das Katzenfräulein dran :-)