Donnerstag ist Biokisten-Tag.

Diese wöchentliche Gemüselieferung ist für mich so was wie eine unvermeidbare Geschicklichkeitsaufgabe: All das Grünzeugs muss bis zum Termin biologisch abgebaut werden, denn die Kiste muss leer sein – bevor sie ausgetauscht wird. Mit Spitzfindigkeiten wie dem Umräumen in meine eigene Kiste halte ich mich nicht auf, dieses Wochenabo muss innerhalb einer Woche verbraucht werden oder ich kann die Badewanne zum Kompost umbasteln. Es muss weg.

So finde ich mich am Vorvortag mit nachdenklichem Gesichtsausdruck und einem kleinen feinen Kohlkopf in jeder Hand wieder, einen Sellerie vor der Nase und die letzten Schwarzwurzeln im Topf. Von den sehr leckeren Kartoffeln mit dem denkwürdigen Namen ‘Forelle’ ganz zu schweigen.

Vielleicht sollte man sich Restaurantbesuche und Extreme Brunching verkneifen, wenn daheim eine Biokiste wartet. Vielleicht auch nicht. Natürlich habe ich aus dem ganzen Zeugs so zügig wie möglich einen großen Wintereintopf gekocht, ich hab hier nämlich noch was anderes zu tun, als mir stundenlang am Gemüse zu spielen.

Der Eintopf mit Forelle war dann so verdammt lecker, dass ich spontan einen kalten Teller davon verfrühstückt habe. Der war sogar so reichlich, dass er trotzdem heute und gestern fürs Abendessen reichte. Die Verdauung regt er auch gut an, ebenso die Abgasproduktion. Das ist also alles ganz fein so.

Jetzt sind von der Biokiste nur noch

alle

sechs Eier und eine Packung Öko-Sauerkraut sowie ein paar Zwiebeln übrig. Das Sauerkraut hält laut Beschriftung ungefähr bis Sommer 2007, Zwiebeln gehen hier tonnenweise weg. Die Eier kann ich verdrängen.

Morgen ist also Biokisten-Tag.

Ich werde mich der Herausforderung stellen. Aber erst morgen. Heute zitiere ich die kleine Trotzpocke Scarlett: I can’t think about that right now. If I do, I’ll go crazy. I’ll think about that tomorrow.