Mails von der Vegetarierfront, weil ich gestern ...


Mails von der Vegetarierfront, weil ich gestern geschrieben habe “selbstverständlich könnte ich mein Fleisch auch selbst töten, wenn nötig”. Ja, das stimmt. Wenn es nötig wäre, könnte ich. Der Satz bezog sich auf die weinerlichen selbstgerechten Statements im Stil von “wenn du der armen Kuh ins Auge sehen müsstest beim Essen, könntest du keinen Bissen mehr herunterbringen”. Diese Art von emotionsüberladener Diskussion mit fanatischen Vegetarieren kann ich mir sparen, aber mit so einem Satz kann ich manche Leute natürlich auch schnell überfordern, das sehe ich ein.

Also, damit alle wieder besser schlafen können, denen es nicht gereicht hat, sich ausgiebig in selbstgerechter Empörung zu wälzen: Wir essen nicht viel Fleisch, und wenn ich welches esse, dann das von Tieren, die auf großen argentinischen Weiden dafür gezüchtet werden und nicht in kleinen Drahtkäfigen oder auf Bodenrosten. Seit ich so schlimme Mangelerscheinungen hatte (nach Unfall 2), dass ich dunkelblaue Fingernägel hatte und durchgehend eisige Hände und dies praktisch auf Knopfdruck besser wurde nach dem ersten vom Arzt empfohlenen Steak, seitdem esse ich gelegentlich wieder Fleisch. Ich geniesse ein gutes Steak und offensichtlich brauche ich es auch hin und wieder. Ich stehe damit nicht alleine da. Ich gebe es nur zu ;-)

Übrigens finde ich es gut, wenn jemand eine andere Meinung hat und die auch mailt. Dann kann ich wenigstens auch meine Sicht der Dinge erwidern und ggf. geraderücken. Nicht sehr konstruktiv sind Hassmails, dieses Schmirgelpapier der Politically Correct People, das Freude und Schwung nehmen und eine Gedankenbehinderung verursachen soll. Jeder, der einem fremden Autor eine Gehässigkeit, eine Boshaftigkeit oder eine Gemeinheit in die Mail haut, hofft doch, ein langsam einsickerndes Gift verschickt zu haben. Eines, das lähmen und beengen soll. Die Unbefangenheit töten. Belehren und erziehen. Sich jemandem gegenüber persönlich vernichtend äussern ist ja auch eine Art der Abgrenzung. Ich bin besser, heisst das. “Ich tue dies nicht, ich bin mehr wert als du.” Am Schönsten wäre es doch, wenn es dem anderen nach dem Erhalt so einer Mail so richtig scheisse geht und er sich zukünftig lange, lange überlegt, ob und was er schreibt, hm?

Pech gehabt. Wenn man den Mechanismus einmal durchschaut hat, greift er nicht mehr. Man liest und zuckt zusammen und dann denkt man, ach ja, nur so einer. Da frag ich mich doch, ob ein ehrlicher kritischer Austausch nicht beiden Seiten mehr bringen würde? Aber Ok, das muss man auch erst mal können.

Und dann gibt es natürlich noch die, die sagen: Da gibt es gar nichts zu diskutieren, wer Fleisch verspeist, ist ein Mörder. Mit denen kann man ohnehin nicht reden. Fanatiker sind immer übel, immer. Egal um was es geht, sobald es hysterisch und fanatisch zugeht, ist der edle Gedanke dahinter Staub und Dreck. Was auch bedeutet, dass man es einer wichtigen Sache schuldig ist, nicht fanatisch zu werden, weil man sie sonst ent-wertet. Oder wer interessiert sich noch für Dinge, die von irren Spinnern vertreten werden?

Hmmm. Andere Fanatiker wahrscheinlich. Ich seh schon, das ist ein weites Feld.

P.S. Auch in 2001 ... kein Lesezwang hier! ;-)))