Mails, Mails, Mails ...

Mails, Mails, Mails. Ungeduldig machende, aus überfüllten Mailkörbchen stammende und pflichtbewusst runter abgearbeitete Antwortmails, denen man anmerkt, dass die Absender daran arbeiten, ihren Eingangskorb wieder in den Griff kriegen. In Kontakt bleiben wollen. Es gut meinen. Also geht das Blablabla immer hin und her, denn ich selbst stehe an der Grenze meiner Zeit, schaffe es mit Müh und Not, dann so höflich zu sein und zu antworten (und meinen Mailkorb nicht quellen zu lassen). Wozu das Ganze? Was soll der Mist?

Es wäre Hundert Mal, nein Tausend Mal mehr wert, alle ein bis zwei Wochen eine inhaltsvolle echte Nachricht von einer Person zu bekommen und diese zu beantworten, als das ständige flache Mailpingpong. Ich könnte gut verzichten - wenn ich Leute mag, vergesse ich die nicht, nur weil ich nicht alle 16 Stunden eine Mail light kriege. Aber würde ich versuchen das verständlich zu machen, müsste ich meine knappe Zeit wieder dafür wegwerfen, es zu erklären. Begründen. Durchzukämpfen. Beleidigt nach unten gedrückte Mundwinkel wieder hochzuziehen. Jeder denkt immer, er/sie sei so unheimlich wichtig und nimmt alles unglaublich persönlich. Nerverei hoch Drei.

Denn irrsinniger Weise nimmt das hohle Pingpong auch noch zu, wenn man den Ball nicht zurückschlägt. Schliesslich wollen die Leutchen eine Antwort und damit die ausdrücklich eingeforderte Bestätigung, dass man sich noch interessiert. Manchmal könnte ich mir die Daumennägel in die Augen bohren und vor Genervtheit schreien, weil es so eine unglaubliche irrsinnige Zeitverschwendung ist, dieses Gebabbel. Wo sind sie nur geblieben, die nährstoffreichen Brieffreundschaften? Tot. Denn Mail ist so praktisch. Also ping und pong und Schwatz. Und wie immer frisst die Masse an Nachrichten mir die Zeit weg, die ich freiwillig investieren würde.

Aber vermutlich liegt das an mir und ich bin völlig verkorkst. Ich sollte dankbar sein für 1 bis 3 Gigabyte oberflächlichen SmallTalk in meiner Mailbox jeden Monat, hm? Wie gesagt, liegt an mir. So wie ich die Reißzähne zeigen, die Mähne schütteln und den Mond anheulen könnte, wenn ich auf eine gewisse Sorte berufslose, breihirnige und vor sich hin plappernde Hausfrau treffe. So wie ich einfach nicht flexibel genug für gesprochenen Durchfall bin, für dieses elende Getratsche, für mädchenhaftes Geschwätz. Mea culpa, mea culpa. Blablabla.

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Stört mich übrigens auch: Wenn ich merke, dass Leute sanft, aber unerbittlich eine Erwartungshaltung haben, die man so zusammenfassen könnte: Du kannst ins Weblog schreiben, aber ich warte auch noch auf eine Antwort auf meine Mail. Wir sprechen hier von Privatmails, wohlgemerkt. Ist es wirklich so normal und verständlich, ständig auf der Homepage eines Menschen zu gucken und den großen Kontrollblick kreisen zu lassen, ob er oder sie schon wach ist, schon da, schon ansprechbar, ob man bald mit Antwort rechnen darf? Nein, ich glaube es eigentlich nicht.

Mehr und mehr Dinge missfallen mir. So auch die kleinen Besserwisserpisser, die in letzter Zeit in Weblogland aus dem Boden schiessen und wohl meinen, sie könnten andere Leute von der Seite ankläffen, nur weil sie eine ähnlich aussehende Anwendung mit Textfeldern fahren.
:-)


It’s time for a change.
Embracing and welcoming
a new wave. Yepp.