Lagerkoller

Theoretisch könnte hier ein Eintrag über das Stillen stehen und darüber, wie es die Menschen eint. Denn alle, auch die Ahnungslosesten, wissen eins genau: Dass nur Muttermilch die angemessene Nahrung für ein Baby ist und dass es daher die heilige Pflicht und im Grunde einzige Option einer Mutter ist, dieses damit zu versorgen.

Eine Information, die in der Regel eher ungebeten verteilt wird – dafür aber unaufhörlich und als gut gemeinter Rat verpackt. Braucht kein Mensch, diese Art von Belehrung. Das hält aber niemanden davon ab, uns damit zu nerven, wie wichtig doch das Stillen ist.

Als 24/7-Provider des kostbaren Gesöffs würde ich also gerne eine längere Abhandlung darüber verfassen, dass Muttermilch zwar sowieso die Wunderwaffe unserer Wahl ist und das Stillen auch prima klappt: Jawohl, wir stillen. (Eigentlich stille nur ich, aber bitte, wen interessieren die Details?)

Das Verfassen dieser längeren Abhandlung scheitert aber daran, dass ich seit etwa drei Wochen nicht länger als 2 Stunden am Stück geschlafen habe und völlig erschöpft bin. Stillen ist nämlich nicht nur gesund, es ist auch irrsinnig, wahnwitzig anstrengend und zehrend. Abgesehen von der Bindung (nicht die zwischen Mutter und Kind, sondern meine ans Bett) und der Nähe (zwischen Mutter und Kind und die räumliche Entfernung zu Waschmaschine und Trockner, wenn man nur ungefähr 20 Molton- und Mulltücher gekauft hat statt 200 wie man es anfangs wollte) bedeutet Stillen zurzeit vor allem Hunger, sehr große Müdigkeit und noch etwas:

Wenn jemand schreit, tropfe ich aus allen Frontkanälen.

Leider ist es dabei völlig unerheblich, welche Art von Nachwuchs die kläglichen Geräusche macht. Egal ob das Baby quiekt, die Katzen miauen oder Tokio Hotel herumweinen, die Milch schießt ein.