Körperwelten

Wir kamen zu spät und eigentlich hätte meine online gekaufte Karte mich nicht mehr zu einem bevorzugten Eintritt berechtigt, aber ich durfte trotzdem an rund 700 Leuten in der Warteschlange vorbei und direkt in die Ausstellung gehen, wo ich dann vom Sabinche eingesammelt wurde, die anscheinend schnell gemerkt hat, dass ich mich nicht sehr bereit fühlte, mich neugierig allein auf Leichenschau zu begeben. Sie zeigte mir die Exponate, die ihr selbst gut gefallen hatten und auch das war gut so, denn nach etwas über einer halben Stunde wollte ich dann auch gerne wieder raus.

Die Ausstellung ist übersichtlich, in einer relativ kleinen Halle, und sie ist sehr viel sachlicher aufgemacht, als die vorher in den Medien gezeigten Fotos es vermuten lassen. Die einzelnen Organe und schichtweisen Ansichten fand ich hoch interessant, aber warum die filettierten Personen lustige Hüte tragen oder sich über mehrere Schichten Glasfenster verteilen mussten, ist mir nicht so klar.

Die “Schwangere” und die Babys waren in einem separaten Raum und ich wollte sie nicht sehen, aber es gab auch noch eine Reihe gläserer Röhren mit allen Entwicklungsstadien ab der Befruchtung. Der transparente Fötus im dritten Monat in seinem kleinen Einmachglas stand auch mitten im Raum, neben einem gleichaltrigen Kind in einer offenen Gebärmutter. Perfektion von Zehen bis Rückgrat.

Einerseits fiel mir auf, dass sogar im äussersten Gedränge und höchst “gemischtem” Publikum niemand die Exponate berührte, andererseits kann man alles Gezeigte ganz sicher auch aus Plastik nachbilden, und zwar genau so. Das wäre auch mein Alternativvorschlag.