Karma is a Bitch

Die Kirchengemeinde, neben deren zwei Türmen wir leben, hat zum Treffen aller Täuflinge aus 2008 geladen. Die Einladung versprach Informationen über Veranstaltungen für und Aktivitäten mit Kleinkindern und einen kindgerechten Gottesdienst.

Da wir es versäumt haben, die knapp 30 Meter Fußweg zum Pfarrbüro zurückzulegen und die Anmeldung fristgerecht einzureichen, meldete ich uns telefonisch an.

Die zuständige Sachbearbeiterin erklärte mir geknickt, man habe zwar 60 Familien angeschrieben. Aber nur wir hätten uns gemeldet. Das tat mir dann so leid für ihre Mühe, dass ich anbot, trotzdem zu kommen, ein bisschen Kuchen mitzubringen und uns in aller Ruhe über kleinkindgerechte Angebote zu unterhalten, damit sie nicht alles völlig umsonst vorbereitet hatte. Sie freute sich und wollte einen Termin suchen und sich wieder melden.

Zwei Stunden später rief sie an und verkündete, dass ein halbes Dutzend Anmeldungen in der Post stecken geblieben waren, der ursprüngliche Termin findet also statt, ob ich denn noch mehr Kuchen mitbringen könne?

Das ist ganz toll. Denn durch diesen kleinen Dreher der Umstände gehe ich auf dieses Familientreffen als genau die Sorte Person, der ich großräumig ausweiche, sobald sie auftaucht:

Jemand, die sich offensichtlich um anstehende Aufgaben eifrig gerissen hat, obendrein als einzige Kuchen für alle anschleppt und auch noch einen etwas zu freundschaftlichen Kontakt mit der Veranstalterin sucht, bevor das überhaupt Sinn macht.

Also ich würde nicht mit mir reden. Sag ich mal so.