Immer wieder anders

Man kann sich bei mir sehr schnell sehr beliebt machen, wenn man mich fragt, ob ich mir nicht auch mal so eine flotte kurze Sturmfrisur wie gewisse Politikerinnen zulegen möchte. Erstens trage ich keinen hochtoupierten Helm mit Klemme, von dem ich mich befreien müsste, zweitens bin ich noch lange nicht in dem Alter für diese Art von Umschwung und außerdem, ach, ich weiß auch nicht.

Die traumatischen Krankenhauserfahrungen der letzten Woche haben immerhin dafür gesorgt, dass ich gestern Olivers Oma beim Telefonieren einfach eingehängt habe, als sie aufs Negativste ihren behämmerten Altersstarrsinn auspackte. Geht doch. Man muss mit niemandem reden, der so drauf ist. Auch nicht im Falle einer angeheirateten oder Blutsverwandtschaft. Muss man einfach nicht, basta. Ich plane, zukünftig einfach immer aufzulegen, wenn ich angekeift, angemotzt oder mit öden Krankheitsgeschichten zugetextet werde. Belehrungen sind auch ein eventueller Auslöser – ihr seid gewarnt.

Um das kosmische Gleichgewicht zu halten, habe ich mir im Gegenzug fest vorgenommen, mich im Sommer dann endlich wieder bei vielen netten Leuten zu melden, die es irgendwann aufgegeben haben, den Kontakt mit mir zu halten, weil ich immer zu beschäftigt oder krank war, um einen regen Austausch aufrecht zu erhalten. Oft tat und tut mir das leid, aber scheinbar gibt es Lebensphasen, in denen man sich nicht notwendigerweise aussuchen kann, wie kommunikationsfreudig man ist.

Es sei denn, man ist 137 Jahre alt und/oder erzählt den Leuten gerne den ganzen lieben langen Tag detailliert von allen Beschwerden, die man gerade rund um den Analbereich hat.

Bei mir ist beides nicht der Fall.