Himmlisch.

Nun ist sie in meinem Fernseher aufgetaucht: Monica, der kalifornische Engel. Warum auch immer ich am Nachmittag die Kiste angeschaltet habe, was ich sonst nie tue, da stand sie und wurde von hinten mit einem Scheinwerfer bestrahlt und verkündete “Ich bin ein Engel und Gott hat mich zu euch geschickt.” Wie soll ich dieses Würgen beschreiben, das mich bei dieser Art christlicher Unterhaltungspräsentation überkommt? Ich hatte ja keine Ahnung, dass dieser Schrott inzwischen übersetzt wird, oder hatte ich ihn früher auch schon auf deutsch gesehen und ich habe das verdrängt?

Jedenfalls weiß ich eins: Stünde in meinem Wohnzimmer so eine debil vor sich hin grinsende Frau und würde mir erzählen, sie sei ein Engel, dann würde ich das Problem vermutlich mit einem Haushaltshammer lösen. Es hat so was Ungesundes, dieses feist auf- und vorgetragene Fernseh-Christentum und erinnert mich daran, dass sich die scheinheiligen Kirchgänger und betont bekennenden Gläubigen schon so oft als absolut widerwärtige Personen entpuppt haben, wenn man nur die Gelegenheit zu einem näheren Blick hatte. Als dürfe man dreckig sein bis in den letzten Charakterzug, so lange man nur regelmässig beichtet und sich dadurch wieder reinwäscht. Nicht alle, natürlich. Aber bei jemandem, der sich für “erwählt” und “besonders christlich” hält und das demonstrativ raushängen lässt, fällt es dann halt besonders auf, wenn der Heiligenschein nur Fassade ist.

Monica ist entschwunden und ich habe festgestellt, dass auf mehreren Sendern gleichzeitig (!) gefakete Gerichtssendungen laufen. Das wusste natürlich wieder jeder und mir ist das erst jetzt so richtig aufgefallen. Ist das nun besser als Talkshows? Oder zusätzlich? Sollten dort nicht lieber Sendungen mit Menschen zu sehen sein, die mit kleinen Bohrmaschinen Legosteine in Pellkartoffeln stanzen oder realistische Tampon-Tests durchführen? Dauert nicht mehr lange, und sogar die Werbung ist besser als der Rest. Und das in Deutschland. Das will was heißen.