Heute vor 2 Monaten, um etwa 22 Uhr

Vor zwei Monaten plus ein paar Stunden sind wir aus der brennenden Wohnung geflüchtet.

Viel zu berichten gibt es leider momentan nicht, denn mir wird ganz sicher kein zweites Mal der Fehler unterlaufen, dass ich über etwas schreibe, dass (a) aus x-und-drölfzig Gründen immer noch nicht abgeschlossen ist oder (b) das ich, falls abgeschlossen, trotzdem noch nicht schriftlich habe.

*

Wir finden uns allmählich in der Übergangswohnung zurecht, auch wenn noch recht oft ‘Phantomschmerzen’ auftreten, wenn ehemals geschätzte Gegenstände vermisst werden. Wir haben alles, was wir brauchen.

Das Übergangshaus ist prima und voll netter Menschen.

Unserer Tochter geht es gut. Sie spricht zwar immer noch vom Brand, hat aber keine schlimmen Träume oder ähnliches und freut sich schon darauf, dass wir “zurückgehen nach Hause, wenn alles heile gemacht ist”. Wie wir ja auch :-) wir hoffen sehr, dass die Sanierung bald beginnt. Momentan fehlt noch ... ein Dach. Und alles andere, das aus einer Etage eine Wohnung macht.

Die Brandwunden auf Olivers Rücken heilen und sind nur noch halb so groß. Für die nicht ganz so Empfindlichen: So sieht eine Verbrennung dritten Grades dann nach ca. zwei Monaten aus: Rückenfoto. Er würde es vermutlich auch nicht zugeben, wenn er noch starke Schmerzen hätte, aber da er sich inzwischen mit einem Salatbesteck den Rücken juckt, bin ich optimistisch.

Wie es mir geht, weiß ich nicht.

Jeden Tag denke ich an die Menschen, die uns geholfen haben. Es beschäftigt mich sehr, wie viele sich auf den Weg gemacht haben, einfach für uns da waren, spontan eine Mail mit einem Hilfsangebot geschickt oder in den Blogs kommentiert haben, von der Spendenaktion gar nicht erst anzufangen. Ich kann das alles immer noch nicht richtig fassen, es war alles so surreal und ich weiß gar nicht, wie wir das alles verdient haben.