Ich [herz] Käsebrötchen

Ein Rückschritt in meiner persönlichen Essensevolution: Aus dem Haus, knapp um die Ecke, ganz frisch gebackenes helles Brötchen kaufen, wieder hoch, hauchdünne Schicht Butter, dicke Schicht junger oder mittelalterlicher Gouda: *hhhmmmmmm*.

So lange Käsebrötchen mir nur auf Thekenauslagen, Büffets und in Kantinen begegneten, hatte ich das noch gut im Griff, zumal sie dort oft mit altem Weißbrot, sich aufbiegenden Käsekanten oder in Gesellschaft unappetitlicher Deko-Artikel oder anderer Speisen präsentiert wurden und man nie sicher sein konnte, wer sie zusammengepatscht und dabei wer weiß wie angetatscht hatte. Ich war mir auch nie ganz sicher, ob die gute Laune wirklich mit dem Käsebrötchen zusammenhing oder mit der Unbeschwertheit des Unterwegslebens, denn wenn ich nicht unterwegs war, lebte ich ja nicht unbedingt in der Nähe von Käsebrötchen und Weißbrot kommt normalerweise nicht vor bei uns.

Jetzt weiß ich es besser.

Der Bäcker im Haus nebenan backt jede Stunde frisch. Weia.

Käsebrötchen und ich, das ist wie Schokolade und Trüffel, RTL und Schrott-TV, wie Gurke und Glas. Es dauert nie lange, kommt aber immer wieder. Gerade jetzt, während ich dies schrieb, verschwanden zwei rundliche Momentgefährten mit Gouda im Gepäck für immer vom Planeten.

Wie das eben so ist mit der Leidenschaft, wenn es sich um eine verzehrende handelt.