Gleich ist es 7.00 Uhr und der ...


Gleich ist es 7.00 Uhr und der blonde Kater, der mich durch seine hartnäckige Liebesbedürftigkeit geweckt hat, geht gerade wieder schlafen. Eins steht fest: Der kleine Löwe muss dringend mal wieder vom Zahnstein befreit werden, er hat einen wahrhaft tierischen Mundgeruch. Ich wäre wahrscheinlich sowieso aufgestanden, aber dieses müffelnde Fellbündel, das unbedingt unter meine Decke wollte, hat den Prozess beschleunigt. Noch so ein quäkender Kampfschrei mit Quietscher direkt in mein Ohr, und ich hätte die Vollnarkose direkt selbst erledigt und ihn nur noch für die Zahnpflege zum Veterinär gebracht ;-)

Am Montag bin ich noch einmal in die Firma gefahren, um mich von den Kollegen zu verabschieden. Am Freitag läuft mein Vertrag aus, aber schon jetzt bin ich Lichtjahre entfernt. Staunend betrachtete ich jene Kollegen, die mich staunend betrachteten, weil ich die Disziplin aufbringe, mich zum eigenständigen Arbeiten zu veranlassen, sogar schon morgens. (“Meine” Abteilung war das natürlich nicht.) Ja wenn ich es schaffe, aus Sicherheitsdenken und für ein hohes Gehalt allmorgendlich aufzustehen, warum sollte ich dann nicht für den eigenen Lebensstandard und viel, viel mehr Freude an der Arbeit und tiefer gehende Erfolgserlebnissen aufstehen? Und in den ersten Tagen treibt Dich auch die Angst aus den Federn. So eine Entscheidung trifft man nicht mal eben so ;-)

Aber jetzt geht es mir fantastisch damit. Die freie Zeiteinteilung ist sehr wertvoll für mich, ich kann und muss mich endlich richtig um meinen Gesundheitszustand kümmern. Gleich wieder zum Arzt, artig für das Cortison danken, welches sehr gut angeschlagen hat - und fragen, wie lange ich es noch nehmen muss, denn es macht mich müde und erschöpft. Der Fuss hat es aufgegeben, schwer verbrannt auszusehen und ist auch nur noch ein winziges bisschen geschwollen. Ich war ganz happy, fast schon stolz über den Unterschied zu vorher.

Bis ich auf Janny, meine Fitnesstrainerin traf. Es sind jetzt ja schon wieder drei Monate, dass ich mich mit dieser Verletzung herumschlage und sie hat mich seitdem nicht mehr gesehen und wusste auch nicht, wo ich geblieben bin. Ich kam also zur Tür hinein, um schon mal einen Trainingsplan abzustauben (den ich dann hoffentlich in zwei bis vier Wochen auch nutzen kann *grummel*) und sie stürzte sich mit einem Schrei des Entsetzens in direkter Luftlinie auf mein rechtes Bein, um es wie ein kleiner Habicht entsetzt anzupicken und anzupacken und in lautes Mitleid auszubrechen. Na toll. Und ich hatte mir eingeredet, man würde es kaum sehen.

Egal. Es dauert nicht mehr lange, und man wird es nicht mehr sehen. Weil es weg sein wird. Den Heilungsprozess habe ich aktiv beschleunigt, indem ich neue Sportklamotten bestellt habe ;-) das muss doch einfach klappen. Und jetzt schmeisse ich mich mit einem “Handheld” Computer ins Web. So ein mobiles Mini-Büro. Ganz neue Welten tun sich auf ;-))) aber dafür anderthalbtausend DM ausgeben würde ich nie. Ich teste und konfiguriere ihn nur und dokumentier das dann natürlich mit den entsprechenden Screenshots auf dem kleinen Teil. Fürs Spielen bezahlt werden ist eine feine Sache.