Gestern sollte ein geruhsamer Tag werden - ...


Gestern sollte ein geruhsamer Tag werden - ausschlafen, dann schnell aus dem Haus, Futter für und gegen und trotz der Grippe kaufen, wieder ins Bett, abends ein heisses Bad und in die Lieblingspizzeria, Christa treffen. Also irgendwann vormittags gemütlich aufstehen und los - aber mein Auto sagte Chrrchrchrchh und ich sagte mir selbst in genervtem Tonfall, man lässt den CD-Spieler eben nicht vier Tage lang laufen, wenn man sein Auto stehen lässt, das kann nur Ärger geben. Dann habe ich Klaas geweckt, der meinen Wagen zwar auch nicht wiederbelebte, dafür konnte ich per Starterkabel seinen lahmlegen und hätte um ein Haar anschieben helfen müssen. Nichts zu machen. Es war aber ein lustiger Einkauf, soviel Schrott kaufe ich mir alleine nie zusammen. Das Auto weigerte sich sich auch danach immer noch hartnäckig, sich wiederbeleben zu lassen und ich denke mal, es gibt einfach keine Grippe, die nachlässt, wenn sie in feuchtkalte Herbstluft gehalten wird.

Irgendwann im letzten Jahr sind Sascha und Klaas erwachsen geworden, man kann sie anrufen, wenn man ein Starterkabel und einen zweiten Wagen braucht, denn sie haben jetzt sowas. Wo sind die schlaksigen Frechdächse geblieben, die ihre Tage in Stapeln von CD’s verbrachten und auf meine Kosten Hamburger in unglaublichen Massen wegmampften? In letzter Zeit ertappe ich mich dabei, dass ich sie wie Erwachsene behandele *grins* was sie ja auch wohl sind, mit 23 Jahren. Den Übergang von den Kids zu den beiden ziemlich gutaussehenden jungen Männern habe ich irgendwie verpasst :-) Aber jetzt lassen sie mir keine Wahl, mit all dieser erwachsenen Hilfsbereitschaft und dem geballten Charme. (Brüderchen, wenn Du dies hier liest… Sascha hätte sich gefreut, wenn Du gestern abend dabeigewesen wärst.) Werde mal ein paar dokumentarische Fotos machen :-) und vielleicht landen sie sogar hier.

Der Drang, Dinge festzuhalten, wird bei mir wieder stärker, je mehr passiert. Manchmal lese ich dieses Diary und lege das andere daneben, dann frage ich mich selbst, wie nur immer soviel in so kurzer Zeit geschehen kann. Und wieviel man so schnell wieder vergisst, weil die nächsten Ereignisse sich überschlagen.

Das Treffen mit Christa war auch so etwas, an das ich mich gerne erinnern möchte. Weil es inzwischen so selbstverständlich geworden ist, in ein Restaurant zu marschieren und nach Leuten Ausschau zu halten, bei denen man nur eine ganz vage Ahnung hat, wie sie aussehen. Weil es Jahre her ist, dass man einen Gedanken darauf verschwendet hat “ob man dem Bild entspricht, das die andren sich gemacht haben” und man jetzt einfach man selbst ist. Weil Christa persönlich genauso nett ist wie virtuell und wir viel Spass hatten. Mir hat es nachher wirklich leid getan, dass sie mitten in diesem Buchmesse-Geschäftsreise-Grippe-Chaos hier war und ich viel zu spät daran gedacht hatte, dass sie ja auch bei mir hätte übernachten können, plus Freundin/Cousine :-)