Gesegnet.

Drei eher kleine Monarchen mit Pappkronen und etwas älterer weiblicher Begleitung sangen Kenzo eben das Sternsingerlied oder eins davon vor. Er warf sich sofort auf den Rücken und zeigte sein Bäuchlein, vielleicht wusste er, dass anschliessend die Wohnung gesegnet wird. Ich, im Bademantel, hatte diesen Termin vergessen, bei mir waren sicher zwanzig Jahre lang keine Sternsinger und außerdem war ich gerade 30 Sekunden wach, als ich die Tür öffnete und musste das ganze Lied lang überlegen: Trick oder Treat? Verdammt, hab ich noch Süßes oder Scheine im Haus und was will noch mal ein Sternsinger? Ah ja, Spenden, klar. Sie bekamen dann auch eine, keine Sorge - und ich eine Anleitung, wie man einen Schein zusammenrollt und in eine Spendendose würgt.

Oliver schaffte es, 50 Sekunden nach mir vollkommen angezogen aufzutauchen, aber der trägt ja auch wesentlich unkompliziertere Unterwäsche. Miss Peppermint war die letzte, die sich das Singen anschaute, woraufhin König III seinen Vortrag unterbrach und uns darüber informierte, dass er eine Katzenhaarallergie habe. Dann klingelten sie bei den Nachbarn und wir standen verwirrt im Flur, schnurrende Katzen um uns und den “Segen” in der Hand.

Es ist schon irgendwie anders, wenn man direkt an der Kirche wohnt. Oliver muss am nächsten St. Martin unbedingt zuhause sein, wenn die Horde um die Kirche strömt, ihre Beute schwenkend und die unterschiedlichsten Gesänge absondernd.