Erzieherin

Sie hat den kleinen Mädchen beigebracht, dass man sich zwar ein Stück Minisalami erbitten kann von jemand anderem. Dass man dazu aber auch immer ausführlich erklärt, dass man nur ganz wenig nimmt und nur »zum Lutschen«. Nicht Hustenbonbons, wohlgemerkt. Mit denen hält man den Hunger fern. Essen. Salami oder Kuchen oder Schokolade. Wenn man so gierig auf Salami oder Schokolade wird, dass man nicht mehr verzichten kann, nimmt man ein mini mini Häppchen und lutscht daran, so lange man es ausdehnen kann.

Ja, so kann man feiern. Big Party, besinnungslose Leidenschaft, the real Life. Zerlutschen wir ein Stück Salami, hey.

Und die Gören ... sie lernen so schnell. Sitzen ein paar Stunden später auf der Besuchsbank, backen spontane Muffins mit dem Mann und verfallen plötzlich in Vorträge darüber, wie sie ihr Essen nur lutschen wollen. Die eine wiegt eh schon nur 25 Gramm und ist besorgniserregend zerbrechlich, hat aber schon lange gelernt, dass sie umso mehr bewundert wird, je weniger es von ihr gibt.

Ein Blog weiter fragt/zitiert Frau Kaltmamsell, ob es antifeminstisch ist, sich von 140kg auf knapp 110kg zu bringen (ich vermeide die Worte befreien ebenso wie das beliebte ‘runterhungern’), wenn man vorher unter dem Gewicht gelitten hat.

Wie verrückt und krank ist eine Welt, in der so viel darüber nachgedacht wird, ob man einfach sein darf oder ob man sich Standards zu unterwerfen hat?