Nandi fehlt mir. Wenn ich die Augen schließe, kann ich ihn an den Stellen sehen, auf denen er besonders gerne herumlag. Immer noch schlechtes Gewissen, weil ich neben den Monitor einen DVD-Player gestellt habe, da die blonden Katerpfoten in Unterlagen und gegen Wassergläser mir irgendwann zu lästig wurden, wenn er seinen Hüftspeck auf dem Scanner herum schob. Ich bin froh, dass er noch eine Zeitlang bei uns war.
Miss Peppermint ist auch still und traurig, aber wohl nicht, weil Nandi weg ist.
Ich habe gestern mitbekommen: Das silbergraue Fräulein ist so stumm und verkriecht sich in ihrem Häuschen, weil der bildhübsche und superniedliche kleine Terrorkater sie feste beißt, bis sie richtig verzweifelt schreit. Sie kennt keine kleinen Katzen und hat nie lernen müssen, sich gegen Pubertätsrandale abzugrenzen … aber dass ich laut »Nein« gesagt habe, als sie ihm anfangs eine zimmern wollte, das hat sie sich leider gemerkt.
Sie ist nämlich ein besonders schlaues und außergewöhnlich liebes Katzenmädchen. Miss Peppermint hat auch wirklich nichts gegen ihn, schnuppert an ihm, frisst neben ihm und würde ihn nie ärgern. Das hält Kenzo aber nicht davon ab, zwischendurch recht wüst zu werden.
Wir lernen jetzt also mit ganz viel Trösten, Knuffeln, Schmusen und Einfühlungsvermögen, dass ein liebes weiches dickes Katzenmädchen auch ruhig kräftig mit der Pfote draufhauen darf, wenn sie gequält wird - und das aber auch unbedingt tun sollte, bevor sie noch mal so fest gebissen wird.
Sieht so aus, als könnte man das lernen. Ich bin froh, denn zu viele Veränderungen sind nicht gut, weder für die Tiere, noch für uns. Wir müssen jetzt miteinander auskommen, und Teenager brauchen nun mal Grenzen.
Das ist also zurzeit die Aussicht überm Bett: