Einarbeitungsphase.

Ob sie es zugeben mag oder nicht, der Neue arbeitet sich schnell ein. Er hat nur wenige Stunden gebraucht, um die wichtigsten Aufgaben zu begreifen und als seine eigenen anzunehmen: Liegt lässig auf der Fensterbank, trinkt von der Trinkwasserkuppel und rennt sofort begeistert los, wenn jemand eine Dose auch nur berührt. Sein Resonanzkörper ist (noch) ziemlich klein, aber er bemüht sich bereits um ein kräftiges Brömmen. Man muss nur eben näher dran sein, um es zu bemerken.

Seinen Namen hat er auch schon gelernt. Er ist sehr pfiffig, klug und schnell genug, um zupackenden Händen zu entkommen. Außerdem passt er unters Sofa.

Sie hat es zuerst mit Ignorieren versucht, doch es ist schwierig, jemanden nicht zu beachten, der laut schmatzt, laut schlürft, häufig äußerst würzig pupst, das Klo geräuschvoll umgräbt und an der Lieblingsfellmaus zerrt, jede Action am Kratzbaum sofort genauestens nachahmt und ständig unerschrocken seine kleine Stirn gegen die ältere Generation rammt.

Erst hat sie immer mal wieder ein bisschen halbherzig gefaucht. Er hat energisch zurückgefaucht und kam sofort wieder um die Ecke geschmust. Nun verfolgt er sie beharrlich. Sie schweigt dazu. Aber wenn er nicht hinguckt, guckt sie. Ganz aufmerksam.

Gestern lagen sie eher versehentlich Rücken an Rücken. Von ihm war es kein Versehen, er wünscht sich Zärtlichkeiten von ihr und er wird niemals aufgeben, das ist offensichtlich. Zack, klebte sein kleiner Hintern dicht an ihrem winterpuscheligen. Sie war eingeschlafen und wachte erschrocken auf, streckte sich und ging erst mal weg. Ich könnte schwören: Sie hat dabei kurz mal geschnurrt.