E-Business

Unsere Apotheke - die deswegen unsere ist, weil sie wenige Meter von Postfach, Bank und Gemüseladen entfernt liegt - hat das Internet für sich entdeckt, eine Homepage installiert und zur Verkündung dieser Tatsache im ganzen Stadtteil Flugzettel verteilt. Man kann eine Kundenkarte bekommen, und mit dieser Nummer zukünftig virtuell vorbestellen und muss dann nur noch vorbeitraben, um das Rezept gegen schussbereite Ware zu tauschen oder die gelieferten Produkte abzuholen. Gute Idee, also. Für mich ja sowieso, ich bin ein Online-Shopaholic.

Ich beantragte diese Kundenkarte und schickte am nächsten Tag den Gatten vorbei, sie abzuholen, weil er sowieso zur Post wollte. Oliver grinste sich eins und meinte, der Apotheker hätte sich ja sehr gefreut. Ziemlich auffällig gefreut.

Und ich habe jetzt den Verdacht, dass das vielleicht die erste Kundenkarte war. Nicht die einzige, hoffe ich. Oder doch?

Der freundliche Apotheker und ich haben gemailt, ich habe was gefragt, wurde prompt mit Auskunft beliefert und habe dann bestellt. Klappt alles wunderbar. Das ulkige Gefühl, ich könnte eventuell eine (seine) ziemlich vereinzelte virtuelle Kundin sein, bleibt.

E-Business halt. Eins zu eins.


P.S. Um das Virtuelle real abzurunden, habe ich heute morgen kurz bei WDR5 angerufen, als die Moderatorin mit Zuschauern über Internet-Apotheken sprechen wollte - um klarzustellen, dass es durchaus einen Mittelweg zwischen veralteten Bestellwegen und illegaler Medikamentenbeschaffung online gibt. Dem netten Apotheker habe ich parallel gefaxt und ihn natürlich auch in dem Radiogeblubber erwähnt.

Was soll ich sagen? Das hat den E-Business erst ganz auf die Spitze getrieben, denn prompt rief ein anderer (!) Kunde an und gratulierte mir zu meiner gesunden Einstellung und Kundenorientierung.

Waaaa! Ich werde alt - ich habe Kunden, die regulär WDR5 hören und nicht nur zufällig!! Was ist nur geschehen? Wo ist EinsLive? Wann kommen Falten und graue Haare???
:-))))