Drei Monate

Dreizehn Wochen ist der Brand jetzt her. Der Wiederaufbau des Dachgeschosses zieht sich weiter hin, so dass unser Haus kein Dach hat und weiterhin mit Planen abgedeckt ist.

Ganz lange habe ich auf den „perfekten“ Zeitpunkt und vorzeigbare Ergebnisse gewartet, um mich nochmals zu bedanken: Bei den Helfern vor Ort, den Freunden aus dem Internet und dem anderen echten Leben, bei jeder helfenden Hand und jedem verständnisvollen Menschen. Allmählich begreife ich, dass es diesen perfekten Moment nicht geben wird: All diese Dinge ziehen sich noch lange hin.

Aber das soll mich nicht davon abhalten, mich noch einmal ganz herzlich zu bedanken. Bei allen, die uns online und offline geholfen haben, die für uns da waren und die sogar für uns gespendet und die Spendenaktion verbreitet haben. Ohne euch wären diese schwierigen drei Monate noch wesentlich schlimmer geworden.

Danke.

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Furcht vor Feuer ist eine Urangst und ich verstehe vollkommen, dass die meisten Menschen den Gedanken schnell fortschieben, dass sie auch selbst betroffen sein könnten. Das ist ja alles so weit weg, wenn man nicht selbst gebrannt hat.

Schwierig finde ich es aber auch, wenn Leute ihre Kinder mitnehmen wollen, um ihnen unsere ausgebrannte Wohnung zu zeigen. Ich stimme da nicht zu, soweit muss weder Interesse noch Sensationslust gehen. Häufig höre ich dann das Argument „Ich möchte meinem Kind jetzt mal zeigen, warum man ganz vorsichtig mit Feuer sein muss!“

Aber bitte nicht an diesem Beispiel, denn das ist Blödsinn.

Wir waren vorsichtig. Wir hatten zum Beispiel eine Löschdecke in der Küche, einen Feuerlöscher in der Nähe unserer Kabelsalate, Rauchmelder überall und eine mobile ausklappbare Feuerleiter auf dem Balkon. Wir sind sorgfältig und vorsichtig in allen Belangen gewesen und doch hat das alte Holzdach gebrannt.

Das nennt man aus gutem Grund einen Schicksalsschlag, was will man einem Kind da Abschreckendes zeigen und warum?

Wenn überhaupt, dann ist die ausgebrannte Wohnung ein Beweis dafür, dass nichts im Leben wirklich sicher ist und dass jedem jederzeit alles passieren kann.

Auch wenn es sich glücklicherweise für die meisten größtenteils anders anfühlt.