Das Ärgerliche an Träumen, die sich erfüllen, ...


Das Ärgerliche an Träumen, die sich erfüllen, ist, dass man dann das Interesse an ihnen verliert. Manchmal habe ich es so satt, wenn mir Dinge passieren, von denen ich als unerreichbar geschwärmt habe und die nun auf meiner Handfläche liegen wie ein toter Schmetterling: Immer noch sehr schön, klar. Aber da fliegt naturgemäss nichts mehr.

An einer Homepage mit Leidenschaft zu basteln war wunderbar, wenn dann hunderttausende Besucher aufprallen, ist das eher betäubend. Einen Artikel zu verkaufen ist beim allerersten Mal unglaublich und jubeljauchzend, dann aber bleibt er entweder der einzige (was ja nun wenig ist) oder es wird normal. Man kann es nicht ändern. Es war schöner, davon zu träumen, ein Buch zu veröffentlichen, als es dann zu tun. Es war ein faszinierender Gedanke, eine Kolumne (“eine eigene Kolumne!” usw.) zu bekommen, aber wenn man sie dann hat, verwandelt sie sich in kurzer Zeit in einen drohenden Abgabetermin ;-) und ist ein Stück Job. Wer träumt schon von seinem Job? Man macht ihn gerne und mit Leidenschaft, wenn man Glück hat. Aber man schaut nicht sehnsüchtig zu ihm hoch.

Gegen diese Entwicklungen kann man nichts oder nicht viel tun. Es sei denn, man hört auf zu träumen, stoppt ein Erreichen von gesteckten Zielen. Und sagt nun nicht, ich soll zuhause bleiben und gar nichts tun, denn mir ist schon mal die Decke auf den Kopf gefallen und dabei war nun wirklich so ziemlich alles zu Bruch gegangen, was ich damals besass.

Was also tun? Nach den Sternen greifen. Voller Angst, sie zu erreichen, nehme ich an. Wenn ich einen Clan gründen und diesem ein Motto geben würde, so würde es zweifellos lauten “Wenn Deine Ziele Dir keine Furcht einflössen, sind sie zu klein”. Über zu kleine Ziele kann ich mich nicht beschweren. Und auch wenn es dem melody-ungeübten Leser anders vorkommen mag - ich habe keine Herbstdepression :-) im Gegenteil.

Ich denke, ich setze jetzt einen Tee auf. Und dann suche ich mir einen Stern.