Counting my Blessings.

Wieder im Sattel und hoffentlich bereits auf dem Weg durch den Tunnel, an dessen Ende zumindest Logik ein Licht verspricht.

Zwischendrin immer wieder: Atem anhalten und darüber staunen, wie viele Menschen uns geholfen haben und helfen.

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Wo wären wir in dieser Privatkatastrophe ohne euch?

Wo anfangen zu danken und wie sicher stellen, dass ich niemanden vergesse beim Aufschreiben? Eine Aufgabe, die mich total überfordert.

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Das Kind begrüsst alle Menschen mit der Information “Mein Haus hat debrannt!” und wir sprechen gerade sehr viel über die Feuerwehr, das segensreiche Geräusch von Rettungswagensirenen und verlorene Gegenstände, die aber doch gar nicht so wichtig sind.

Ich brachte ihr drei kleine schwedische Stoffmäuse mit. Grau, braun und weiß.

Gab ihr die erste und sagte: “Sie heißt Eins. Wie heißen die anderen?”

Die Tochter antwortete ohne Zögern: “Null und Neun.”

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Das Bein mit der Thrombose wird irgendwie schlechter statt besser. Heute Blutbild, nach sieben Versuchen endlich eine Vene - ich warte schon immer, dass das getrunkene Mineralwasser mir aus den zerlöcherten Handrücken sprudelt.

Der Mann hat Schmerzen und ich kann nur ahnen, was Brandwunden dritten Grades bedeuten. Ein Horror: Geschmolzene Dachfolie auf dem Rücken. Brandblasen unter den Füssen.

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Heute morgen in der Fußgängerzone gestolpert und eine Frau in meinem Alter mit einem verkniffenen Gesicht meinte mich darüber aufklären zu müssen, dass mein Thrombose-Notstrumpf in den halbkaputten Sandalen doch ungepflegt und ein bisschen unordentlich aussehen würde.

Was nur los sei mit mir, fragte diese Dame mit dem überzogenen Ordnungssinn mich dann herablassend zickig. Klare Antwort:

“Ich bin am Leben. Und Sie scheinbar nicht.”