Computer sind auch nicht mehr das, was sie mal waren.

Meiner jedenfalls war mal einer, der ziemlich gut funktionierte, jetzt ist er definitiv hirntot. Der Verdacht, dass eine neue Grafikkarte ihn heilen würde, hat sich nicht bestätigt. Milde gelaunt schaue ich vom PC des Hausherrn aus in die Schneelandschaft vor dem Fenster und überlege, ob es sich lohnt, die externen Festplatten abzukoppeln und an den Zweitarbeitsplatz umzuziehen oder ob das Ding sich noch wiederbeleben lässt.

Alles könnte so friedlich sein, würde nicht der pubertierende Kater im Hinterhalt liegen und jeden Zeh angreifen, der sich regt. Er wächst täglich einen gefühlten Zentimeter und nimmt sicherlich auch jeweils 100g zu. Die Waage behauptet, es sind 2.800 Gramm, aber es fühlt sich wie das Doppelte an, wenn Kenzo quer an einem hochläuft. Denn das tut er.

Kenzo frisst Blumenkohl, Kartoffel, Ananas und Nudeln und ich bin mir ziemlich sicher, dass ich das Brot neulich mit Käse belegt hatte, auch wenn ich danach plötzlich mit “Schnitte pur” am Tisch sass und nur noch einen schwarzen Kater eilig um die Ecke galoppieren sah.

Eine gute Möglichkeit, sich eine Weile frei zu nehmen: Man gebe Kenzo ein halbes Bockwürstchen am Stück. Das dauert dann. Noch. Anfangs hatte er auch an den Katzenkäsebällchen schwer zu knacken, jetzt muss er sie vorher nicht mal mehr durchbeissen.

Abgesehen davon, dass er ein nimmermüder Einzelkämpfer gegen alle Zehen der Welt ist und eifersüchtig schreit, wenn man die Miss knuddelt, ist er natürlich ein ganz reizendes und niedliches Tier. Eltern von echten Teenagern haben bei miir nun aufrechtes Mitgefühl gut: Wenn das Ding auch noch diskutieren könnte, müsste einer von uns umziehen. Oliver würde das sicherlich schwerfallen, aber ich weiß, wie er sich entscheiden würde.