Cold at Night

Oliver sieht „Das Experiment“ und ich ertrage das nicht sonderlich gut. Also doch wieder den Rechner angeworfen und noch einen Blogeintrag gesetzt. Ich tippe so laut ich kann, denn im Hintergrund brechen Abgründe menschlicher Seelen auf (als wären davon nicht genug zu sehen online. Wenn man genauer hinsieht). Unerträglich ist dieser Film für mich, ich könnte ununterbrochen die Hände auf die Ohren pressen bei diesen Dialogen, auch ohne hinzusehen.

Es gibt ja immer mal wieder jemanden, der mich darüber belehren möchte, dass das Internet mein Leben um Kommunikation bereichert hat, die ich sonst nicht haben würde. Da wäre ich mir zwar nicht ganz so sicher, denn ich erinnere mich noch sehr gut an die Zeiten, wo bis zu 100 Faxe die Woche in meinem kleinen schräg verwinkelten Flur ankamen und mich allabendlich als lange Thermoschlange begrüßten. Vor BTX. Vor E-Mail. Außerdem kenne ich eine Menge Leute, die das WWW nur für normale Dinge nutzen: Zeitungen lesen. Shopping. Reisen buchen. E-Mails an Schwiegermutter. Fein abgegrenzt von all diesen Irren, die chatten, eine Mailinglisten-Existenz erschaffen, Foren bewohnen. Webloggen.

Sicher ist nur, dass das Internet sich besser anschaut als DAS EXPERIMENT.

Vielleicht fange ich mit Nachtjoggen an.