Abwaschbar

Die unerreichbaren Füße unter dem Babybauch ließen mir nur noch die Wahl zwischen Birkenstocks und Schuhen, die ich in Gegenwart und mit Hilfe des Gatten an- und ausziehen kann. Eine Abhängigkeit, die ich mit zunehmendem Herbstwetter und dem Bedürfnis, mich jederzeit schuhelos hinlegen zu können, nicht mehr hinnehmen wollte.

Außerdem brauche ich im Krankenhaus Schuhwerk, das ich selbst bewältigen kann.

Erst kaufte ich nur Hausschuhe. Leider die wärmsten, die ich finden konnte: Flauschige stiefelartige Wolldinger, denen der Mann wohlwollend das Fell kraulte, bevor er sie zu füttern versuchte – mir wurde schnell klar, dass ich damit wirke, als wäre ich aus einem Aufbewahrungs-Camp für schwer erziehbare Eskimos geflüchtet.

Mit den passenden Schneeschuhen bin ich nun für alles gerüstet, nur nicht für den Krankenhausaufenthalt (jedenfalls nicht auf der Station).

Dann suchte ich ein Schuhgeschäft heim, das zufällig gegenüber der Arztpraxis liegt. Ich konnte mich quasi einfach reinkollern lassen, sonst hätte ich den Weg nicht auf mich und die Bauchkugel genommen. Man kann dem netten Verkäufer dort gute Nerven attestieren, er hat nicht mit der Wimper gezuckt, als ich uns hineintransportierte und anklagend auf die geschwollenen Füße zeigte.

Vielleicht wusste er auch bloß schon in dem Moment, was ich erst noch mühsam herausfinden musste: Dass sich meine Auswahl am Ende auf weitere Sandalen oder Plastikschuhe beschränken würde, ganz egal wo ich den großen Zeh hineinstopfen wollte.

Am Ende war ich so traumatisiert, dass ich die absurd teuren und irgendwie sehr scheusslichen Crocs-Plastikschuhe kaufte, die in diesem Jahr angeblich so in Mode waren oder sind. In einer Nummer größer als meine Normalfüße. Und ich war auch noch erschöpft genug, dass er mir kleine Plastikblumen draufstopfen konnte. Mitverkaufen gar.

Das war’s dann wohl.

Jetzt kann ich mir genau so gut auch Nichtsport-Leggins besorgen, die Haare

unordentlich

nachlässig auf dem Hinterkopf zusammennudeln, ein Dinkelbackbuch kaufen und das Make-up entfallen lassen.