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Der Tag, als ich Herrn Boobai ertränkte « | » me-me too

Zu Gast auf befreundeten Planeten

Am Wochenende waren wir auf einen runden Geburtstag eingeladen. Die Gastgeberin hatte bei der Einladung darum gebeten, ein bisschen Kuchen und für die vielen anwesenden Kinder auch noch Spielzeug mitzubringen und sprach von Sportclub und Gelände drum herum.

Irgendwie hatte ich also angenommen, dass es sich um eine eher rustikale Angelegenheit handelt, frohgemut eine aufgeblasene Hüpfkuh und eine doppelte Ladung Mini-Muffins statt Blumenstrauß eingepackt, Jeans und ein halbwegs passables Shirt angezogen und ein Dutzend Flummis in die Handtasche gepackt.

Denn auch wenn es im Mainstream wohl als trés chic gilt und sozusagen das Arschgeweih des Smalltalks ist, Abneigung gegen Kinder zu kultivieren, so mag ich selbst die meisten Kleinen doch wirklich gerne und habe mich darüber gefreut, dass mindestens ein Dutzend erwartet wurde.

Natürlich war es dann prompt eine sehr elegante Veranstaltung und ich die einzige Dame ohne ultrafeine Bluse, unsere Muffins das einzige Gebäck mit bunten Streuseln und der Veranstaltungsort selbst war zwar die Vereinskneipe auf dem Sportplatzgelände ... die innen aber wie ein feines Restaurant aufgemacht war.

Mit den Kindern gespielt wurde nicht wirklich, außerdem schleuderte eines der Kids den von mir als Leihgabe mitgebrachten Marienkäfer-Hüpfball quer aufs Buffet und traf einen großen Silberleuchter, während meine Tochter lernte, dass man gute Chancen auf einen Minimuffin hat, wenn man einfach die ganze Platte in die Luft katapultiert.

OK.

Es war unglaublich nett und wir haben uns gut unterhalten, aber mir kommt es trotzdem so vor, als wären wir irgendwie anders. Wir sind trotz Kind nicht mitten ins Grüne oder aufs flache Land gezogen, sondern wohnen einfach weiter dort, wo wir Erwachsene gerne leben wollen. Wir haben nichts geerbt und sind nicht mit ins Haus unserer Erzeuger gezogen, sondern finanzieren uns selbst.

Das Kind hat eine Brille und bisher nur wenig Haare, was wir aber beides nicht schlimm finden, egal wie oft man uns danach fragt, ob das denn auch normal so sei. Schlimmer noch: Tochter ist völlig unkompliziert und schläft sogar durch. Wir sind in keinem Verein, teure Autos und Uhren sind uns völlig egal, ebenso wie Mobiltelefone und Urlaubsorte. Wir trinken kaum Alkohol, nicht weil wir uns das vornehmen, es passiert einfach nicht oft.

Offensichtlich haben wir kein Problem damit, die Stadt mit einer aufblasbaren Gummikuh von fast einem Meter Länge zu durchqueren und unauffällig Hände voll Flummis zu verteilen, wenn gerade kein Erwachsener guckt. Also kein anderer. Alles scheinbar nicht ganz so üblich.

Normalität wäre gar nicht schlecht, oder zumindest vermutlich einfacher?

Scheint mir aber doch recht unerreichbar, denn zumindest ich persönlich müsste wohl vorher zu viel recherchieren, planen und anpassen, um dann noch Spaß daran zu haben.

Sonntag, 15. Februar 2009 um 07:29 PM
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Ich finde, den Lebensstil, wie ihr ihn lebt, total angenehm und normal.

Kari  am  15. Februar 2009

Eigentlich ich ja auch, deswegen war ich gestern so verwirrt ... gut, ich hätte es mir denken können, dass die Party so chic ausfällt und mich mehr aufbrezeln können, aber ich hatte halt irgendwie gedacht, dass ich mit den Kids über den Boden kollern würde :-))))

melody  am  15. Februar 2009

Ich finde Euren Lebensstill auch genau richtig. Allerdings muss ich feststellen, dass viele Leute um mich rum mit Eintritt der Schwangerschaft oder spätestens mit Geburt des Kindes, genau so werden wie Du oben beschrieben hast.

Christiane  am  15. Februar 2009

Christiane, da sagst du was :-) vielleicht haben wir es einfach nur verpasst, die langweilig-bequeme Seite des Spießertums ebenfalls zu installieren.

Ich fühlte mich auch nicht unwohl auf der Party, es war total nett und die Unterhaltung gut, nur so richtig passend fühlte ich mich nicht.

melody  am  16. Februar 2009

Schöner Vergleich, der mit dem Arschgeweih.

Leider fällt mir fast nie ein schlauer Spruch ein, wenn mich jemand darüber zusülzt, wie nervig er Kinder findet. Soll ich meine wieder abschaffen, oder wie stellen solche Menschen sich das vor?

Simone  am  16. Februar 2009

Sag ihnen doch einfach, wie überflüssig es ist, andere mit Abneigungen zu belästigen, wenn sie auch was Unterhaltsames beitragen könnten, Simone :-)

melody  am  16. Februar 2009

Also ich fand schon immer, dass Normalität weit überschätzt wird. Wer legt überhaupt fest, was normal ist? Von meiner (zugegebenermaßen Außenseiter-) Warte aus, wirkt ihr viel normaler als die Oberspießer. But that might be just me, you know. ;)

samulli  am  16. Februar 2009

Es hat wohl wenig Sinn viel darüber nachzudenken, wie es einem gehen würde, wenn man selbst auf diesem anderen Planeten leben würde.
Irgendwie habe ich diesen Planeten nie erreicht und auch wenn es manchmal mühsam ist, sich mit den Bewohnern dieses Planeten Tag für Tag auseinanderzusetzen, eine Wahl hatte ich sicher nie.

Wahrscheinlich liegt es an meinen Genen?

Sammelmappe  am  16. Februar 2009

Spießig sind ja immer die anderen ;-) Das sag ich auch immer. Jeder erfreut sich an anderen Dingen und pflegt einen anderen Lebensstil. Mir ist das alles egal, Hauptsache der Mensch ist glücklich. Egal ob im Eigenheim oder zu Miete, mit oder ohne Kinder, im Urlaubsort oder daheim, mit dem neuesten Multimedia-Schnickschnack oder beim Benutzen einer Trommel.

Schlimm ist nur, wenn man unglücklich in seinem Leben ist. Alles andere ist doch ok :-)

Marion  am  17. Februar 2009

Hey, noch so eine Nicht-Normal-Mami! Ich bin also nicht alleine im Spießer-Universum! *lol*

Conny  am  19. Februar 2009

Weißt Du, was ich (u.a.) so am www. liebe? Dass man Gleichgesinnte trifft. Und das, obwohl man manchmal denken muss, von einem fremden Planeten zu kommen, weil fast alle um einen herum anders sind, als man selber.

Wie schön, dass dem nicht so ist.

Sandra  am  24. Februar 2009

90% dieser Leute wussten bestimmt nicht was ein Blog ist.
Als wandelnder zwischen den Welten kann ich mit fug und recht sagen: ich als Stadtmensch verabscheue das Landleben.

jens  am  01. März 2009
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